Flugplatz Schäferhaus
Ein geschichtlicher Rückblick
von Ortrud Teichmann

A N Z E I G E –

Flugplatz Schäferhaus –
Ein geschichtlicher Rückblick

von Ortrud Teichmann

* Flugplatz Schäferhaus heute



Flugplatz Flensburg Schäferhaus
Flensburger Flughafen Betriebsgesellschaft mbH
Lecker Chaussee
24941 Flensburg
Tel. 91 700, eMail


DER Flugplatz Flensburg-Schäferhaus blickt – mit Unterbrechungen – auf eine lange Geschichte zurück.
Herausragendes Ereignis im Jahre 1911, dem Jahr der Inbetriebnahme, war am 9. Juli ein Schaufliegen des "Aviatikers und Luftkünstlers" Schall ("Flensburger Nachrichten", 10.07.1911), der von dem 1910 gegründeten Nordmarkverein für Motor-Luftschiffahrt gewonnen werden konnte.
Die Militärverwaltung Flensburg hatte dem Verein den sogenannten Großen Exerzierplatz am Schäferhaus zur Verfügung gestellt, ein Gelände mit einer "riesig langen und 200 m breiten Flugbahn".

   Während der Kriegsjahre wurde das Gelände als Militärflugplatz genutzt; die beiden Hallen mußten nach dem Ende des Krieges abgebrochen werden.
Fluglinine Hamburg - Kiel - Flensburg


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Ein Passagierflugzeug FW A 17 "Möwe" wird
per Pferdekraft aus der Halle gezogen (um 1930)
 
   Die Entwicklung der Handelsluftschiffahrt nach 1918 warf wiederum die Frage nach einem geeigneten Flugplatzgelände auf.
Das Reichsverkehrsministerium erteilte der Stadt Flensburg die Genehmigung zur Mitbenutzung des Exerzierplatzes Schäferhaus im Jahre 1926 – jeweils für ein Jahr mit jederzeitigem Widerspruchrecht.

   Bereits ein Jahr davor wurde die im Juli ins Leben gerufene Fluglinie Hamburg - Kiel bis nach Flensburg erweitert und mit einer Dornier Komet (4 Passagiere) beflogen.
Ende Oktober stellte man jedoch diese Linie wieder ein. Im selben Jahr wurden auch Verbindung Flensburg - Berlin und bedarfsweise eine Linie Flensburg - Westerland eingerichtet.

   Für die Unterbringung der Flugzeuge wurde auf dem Platz ein Zelt angemietet und für die Benzinfässer ein kleines Lager errichtet. Büro und Luftpolizei waren im Schäferhaus untergebracht. Im Sommer 1926 wurde ein fester Hangar gebaut.

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Flensburg Schäferhaus kurz nach 1930

Flensburg online: Flugplatz Schäferhaus um 1930
Ein Passagierflugzeug FW A 17 "Möwe" wird per Pferdekraft aus der Halle gezogen (um 1930)
Gründung des Deutschen Luftvereines e.V. und zwangweise Auflösung in Hitler-Deutschland

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Eine Klemm32B in der nationalsozialistischen Zeit

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Deutschlandflug 1935
 
DIE Fliegerei befand sich – wie überall in Deutschland – im Aufwind. So fällt auch in diese Zeit die Gründung des "Deutschen Luftvereines e.V.", der am 17. 8. 1923 seinen Übungsbetrieb auf dem Flugplatz Flensburg Schäferhaus aufnahm.

   Ab 1933 wurde der Platz immer häufiger zur Darstellung des nationalsozialistischen Regimes benutzt; eine Folge davon war auch die zwangsweise Auflösung des am Schäferhaus ansässigen Vereins am 19.4.1937.
Der Platz durfte nur noch von der Deutschen Wehrmacht beflogen werden, und es vollzog sich ein gewaltiger Aufbau (Bau mehrerer Hallen und Baracken sowie 3 befestigter Bahnen) am "Fliegerhorst Flensburg - Weiche", wie der Flugplatz jetzt hieß.

   Zum Zeitpunkt der Kapitulation war der Platz mit einigen hundert Flugzeugen fast aller bekannten Typen vollgestellt; jegliche Fliegerei in Deutschland war verboten.

   Noch 1945 wurden die Landebahnen von den Besatzungsmächten gesprengt, die große Halle an der Lecker Chaussee demontiert.

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Eine Klemm32B in der nationalsozialistischen Zeit

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1945 kurz nach der Kapitulation: Unzählige Kampfflugzeuge stehen fluguntüchtig auf dem Flugplatz

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Deutschlandflug 1935
Aufhebung des Flugverbotes
im Jahre 1951

Noch bevor 1951 das Verbot des Segelfliegens und 1955 das des Motorfliegens aufgehoben wurde, gründeten am 14.1.1950 einige "unentwegte" Flieger den Luftsportverein Flensburg e.V.
Vorerst beschäftigte man sich jedoch mit dem Bau von Modellflugzeugen, während gleichzeitig Verhandlungen mit einigen Pächtern der damals landwirtschaftlich genutzten Fläche geführt wurden, so daß im September 1956 der erste Flugtag nach dem Krieg veranstaltet werden konnte.

   Kurz danach, im Januar 1957, wurde vom Minister für Wirtschaft und Verkehr dem Luftsportverein die Zulassung für einen dreieckigen Landeplatz (800m x 600m x 300m) für Motorflugzeuge bis 2500 kg erteilt.
Zwischen den alten Landebahnen gelegen, war es im Vergleich zum heutigen Platz ein sehr bescheidenes Areal, zumal innerhalb des Dreiecks ein Teil dem Segelflug vorbehalten war. Im selben Monat erhielt der Verein die Genehmigung zum Betrieb einer Motorflugschule, die anfangs mit in Dänemark gecharterten Flugzeugen (KZIII und KZ VII) betrieben wurde.

   Die Segelflugschule begann ungefähr zum selben Zeitpunkt mit der Ausbildung auf einer "Röhnlerche". Der bisher benutzte Landeplatz wurde jedoch auf die Dauer zu klein. Außerdem gab es keine Hallen, so daß die Segelflugzeuge jeden Abend abgebaut und zu einem Unterstellplatz in der Stadt gebracht werden mußten.

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Flugtag 1965: Eine de Havilland "Heron" der Cimber
Gründung der Flughafen Betriebsgesellschaft im Jahre 1960


Alle Bilder: Archiv Hans Werner v. Eitzen
   Mit Unterstützung der Stadt Flensburg, dem Landkreis und der Industrie- und Handelskammer konnte am 12.04.1960 eine Flughafenbetriebsgesellschaft gegründet werden, die vom Bund eine Fläche von 84 Hektar anmietete und im folgendem Jahr die erste Halle errichtete.
Der Verein hatte inzwischen auch ein Stück des Platzes erworben und baute 1963 seine erste, 1967/68 eine zweite Halle und eine Unterrichtsbaracke, nach dem Erwerb eines weiteren Grundstückes auf dem Flugplatzgelände 1985/86 eine Werkstatthalle, ebenfalls in Eigenleistung.

   Besonders "farbig" wurde es, als in den Jahren 1971 die Flugschüler der Lufthansa den Platz bevölkerten. In dieser Zeit entstanden die 3 Landebahnen in der jetzigen Form. Die Asphaltbahn erhielt Nachtbeleuchtung und eine Blitzbefeuerung, der Tower wurde aufgestockt, und das Funkfeuer FLB wurde in Betrieb genommen.

   Auf Grund des ständig schlechten Flensburger Wetters und auf Grund von Protesten der Lärmgeschädigten verlegte die Lufthansa ihre Schule 1971 nach Kalifornien.
Die noch im selben Jahr eröffnete Linie (Cimber Air Deutschland), die von Schäferhaus über Kiel nach Frankfurt (mit Abzweiger nach Bremen und Düsseldorf) flog, mußte ihren Betrieb wegen des Fluglotsensteiks 1973 einstellen. Bemühungen um eine neue Fluglinie sind bisher gescheitert.



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