Wir danken für die technische Unterstützung Frau Jansen von der PIN GmbH, Flensburg
A N Z E I G E
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Das
Elternhaus Hugo Eckeners in der Norderstraße 8 |
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Hugo Eckener im Kreise seiner Geschwister Hugo Eckener, ihr erstes Kind, wurde am 10. August 1868 geboren. Die weiteren vier Geschwister Hugo Eckeners waren Bruder Alexander (1870-1944), Arnold (gest. 1896), Schwester Toni (gest. 1913) sowie Schwester Ina (gest. 1967), hier noch nicht abgebildet. Das Verhältnis zwischen Hugo und seinen Geschwistern blieb zeitlebens distanziert. Lediglich zur Mutter entwickelte der junge Hugo eine tiefere Zuneigung. Festzuhalten ist, daß Eckener kein Familienmensch war und auch es später nicht wurde. Vorzugsweise ging er seine eigenen Wege. |
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Altes Gymnasium
am Klostergang |
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Schul- und Studienzeit Eckener strebte früh danach, aus dem kleinbürgerlichen Milieu des Elternhauses hinauszugelangen. Er entschloß sich zum Studium der Psychologie, Philosophie, Geschichte und Volkswirtschaft an den Universitäten in München, Berlin und Leipzig. In diesen Metropolen genoß der musisch veranlagte Eckener das reiche kulturelle Leben, weshalb er, wie wir aus seinen Briefen an die Mutter wissen, stets unter Geldsorgen zu leiden hatte, - eine chronische Studentenkrankheit. Im Jahre 1892 promovierte Eckener ("magna cum laude") beim seinerzeit hochgeschätzten Physiologie-Professor Wilhelm Wundt. |
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Kasernen des Regiments
86 auf Duburg Nach dem Studium genügte Eckener seiner Wehrpflicht beim Infanterieregiment 86 in Flensburg, das in den neuen Kasernen auf Duburg stationiert war. Der frühe Tod der 1880 verwitweten Mutter hielt Hugo Eckener 1893 zwecks Regelung der Familiengeschäfte zunächst in Flensburg fest. |
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Titelblatt der
"Flensburger Nachrichten", August 1893 |
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Friedrichhafen/Bodensee.
Heimat der Zeppelin |
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Eckener zu Besuch beim Grafen Zeppelin Die Begeisterung Eckeners
für den Luftschiffbau ist vor dem Hintergrund einer beruflichen Desorientierung
zu sehen. Der selbst zur Tat drängende Eckener zog kaum noch Befriedigung
aus seiner lediglich kommentierenden Journalistenarbeit. |
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Eckener und Zeppelin an Bord eines Luftschiffes, um 1910 Seit 1909 propagierte er die Luftschiff-Idee in den Zeitungen des Reiches, aber auch gegenüber den preußischen Behörden. Zudem wies er gegenüber dem Kriegsministerium auf eine Verwendbarkeit des Luftschiffes für die Fernaufklärung hin. Unterstützt wurde die Werbe-Arbeit durch die guten Erfolge des LZ 5, das Fahrten vom Bodensee nach München und nach Norddeutschland unternahm.
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Eckeners Luftschiffer-Zeugnis, 1911 Zugleich beteiligte sich Eckener an der Gründung der Deutschen Luftschiff-Aktien-Gesellschaft, kurz DELAG. Außerdem legte er 1911 das Luftschiffer-Zeugnis ab und fungierte fortan in der DELAG als zuständiger Direktor für die Ausbildung der Luftschifführer. Und selbstverständlich stand er fortan, wann immer möglich, selbst als Kapitän am Steuerrad. Mit 43 Jahren hatte Eckener endlich sein Metier gefunden.
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Luftschiff "Hansa" über Flensburg Am 11. August 1912 stattete Eckener mit dem Luftschiff "Hansa" auch seiner Heimatstadt Flensburg einen Besuch ab. Nach einem Rundflug über die Stadt landete das Luftschiff auf dem Flugfeld "Schäferhaus", wo er von einer begeisterten Menge begrüßt wurde.
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Eckener als junger
Luftschiffer
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Marineluftschiff
über Nordsee
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Bombentreffer eines
Zeppelin
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Abgeschossener,
brennender Zeppelin
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Philipp Scheidemann
ruft die Republik aus Dann das Kriegsende
im November 1918. Scheidemann ruft die Republik aus. Noch im August 1918
hatte Eckener auf einen deutschen Sieg gehofft. Entsprechend abschätzig
äußerte er sich über die (Zitat) "Schwärmer und Fanatiker
à la Scheidemann", die einen "schwächlichen Verständigungsfrieden"
erstrebten.
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Flensburger Nordertor in der Abstimmungszeit, 1920 Ein Ergebnis des Versailler Vertrages war auch die Volksabstimmung in Nord- und Mittelschleswig im Jahre 1920. Aus diesem Anlaß kehrte der stimmberechtigte Eckener kurzzeitig in seine Heimatstadt zurück, wo er sich als Journalist und Redner tatkräftig für die deutsche Sache einsetzte.
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Flaggengeschmückte Toosbüy-Straße, 1920 Am 10. März 1920,
vier Tage vor der Abstimmung, schrieb Eckener aus Flensburg: (Zitat) "Es
ist ein wahnsinniger Wirbel. Die Straßen sind ersäuft in Blau-Weiß-Rot.
Die Stimmung wächst sich zu einer wilden Begeisterung aus. Ich rechne
mit höchstens 15% dänischen Stimmen." (Zitatende). |
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Eckener als Luftschiffer in der Flugkabine Hugo Eckener hatte den Weltkrieg physisch und finanziell unbeschadet überstanden. Anders als manche seiner Zeitgenossen blickte er vielleicht deshalb nicht wie fixiert auf den verlorenen Krieg zurück, sondern nahm als DELAG-Direktor die 1914 in Friedrichshafen unterbrochene Arbeit rasch wieder auf. Nach dem Tode des Grafen Zeppelin im Jahre 1917 fiel es ihm zu, als Protagonist der Luftschiffahrt zu wirken. Unverwandt hielt er am Zeppelin als dem zukünftigen Lufttransportmittel fest.
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Neuaufbau in Friedrichshafen,
LZ 120 "Bodensee"
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Ein nachdenklicher Eckener Eckener aber war nicht der Mann, nun aufzugeben. Er ersann einen überaus raffinierten Ausweg. Da die Alliierten zur gleichen Zeit für die am Kriegsende durch das Bodenpersonal zerstörten deut-schen Kriegsluftschiffe finanziellen Ersatz forderten, kam Eckener die Idee, den Amerikanern statt der geforderten Geldsumme ein modernes Großluftschiff zu liefern.
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US-Luftschiff ZR
I
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Britisches Luftschiff
R 34
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Reparationsluftschiff LZ 126 Ungeachtet dieser Gefahrensituation verbürgte sich Eckener für das Gelingen des Unternehmens mit seiner gesamten finanziellen Existenz. Damit war der Weg frei, und unter der nun gleichsam legalisierten Umgehung der "Londoner Beschlüsse" baute die Zeppelin GmbH 1923/24 das LZ 126. Das Schiff wurde für 72.000 cbm Gasvolumen ausgelegt, seine Länge betrug 200 m, die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei etwa 115 km/h.
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Hugo Eckener am
Führerstand
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Route des LZ 126, Oktober 1924 Die Flugroute verlief vom Bodensee aus über Frankreich, die Biskaya, die Azoren und Neuschottland nach Lakehurst bei New York, wo das LZ 126 nach 80-stündigem Non-Stop-Flug am 15. Oktober 1924 wohlbehalten eintraf.
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LZ 126 über
New York
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Konfetti-Parade
in New York
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Hugo Eckener beim US-Präsidenten Coolidge Wenig Tage später wurde Eckener zudem vom US-Präsidenten Coolidge im Weißen Haus in Washington empfangen und als "moderner Columbus" geehrt.
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Hugo Eckener in
Kommandanten-Uniform
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Hugo Eckener bei
Reichspräsident Ebert, 1924
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Flensburgs Ehrenbürgerbrief für Hugo Eckener, 1924 Die Heimatstadt Flensburg
verlieh Hugo Eckener das Ehrenbürgerrecht. Der Ehrenbürgerbrief
lautet:
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Hugo Eckener vor dem Flensburger Bismarck-Brunnen, 1924 Wichtiger ist es, die deutsche Anteilnahme vor dem Hintergrund der zerrissenen innenpolitischen Lage Deutschlands zu sehen. Nach dem verheerenden Währungsverfall und dem politischen Vertrauensverlust im Jahre 1923 bangte die deutsche Bevölkerung um ihre Zukunft. Man sehnte sich nach geordneten Verhältnissen und suchte nach einem Leitbild, nach einer Persönlichkeit, auf die man vertrauen und auf die man stolz sein konnte. Es ist dies ein für Krisenzeiten bekanntes Verhaltensmuster, Ausdruck einer schmerzhaft empfundenen Kluft zwischen Wollen und Sein. Tatsächlich gab Eckener, hier im Jahre 1924 vor dem alten Bismarck-Brunnen auf dem Südermarkt, der verwundeten deutschen Seele nach langen Jahren erstmals wieder das ersehnte Empfinden patriotischen Stolzes.
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LZ 127 "Graf Zeppelin",
Abflughalle, 1929
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Hugo Eckener grüßt aus offenem Wagen Während der zweiten Hälfte der Zwanziger Jahre hatte Eckener in aller Welt mit den Großen seiner Zeit verkehrt. Seine Gedanken kreisten nun zunehmend auch um politische Fragen, insbesondere um den von ihm unterstützten deutsch-französischen Ausgleich. Zugleich wandte er sich öffentlich gegen die volksverhetzenden Parolen der links- und rechtsextremen Parteien.
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"Hitler oder Dr.
Eckener", Reichspräsidentschaftswahl 1932
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Hitler und Eckener,
1933
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"Graf Zeppelin" und "Hindenburg" mit Hakenkreuzflagge, 1936 In den Folgejahren wies Eckener mehrfach das Ansinnen Goebbels zurück, öffentlich für Hitler einzutreten. Zähneknirschend mußte der Alte vom Bodensee jedoch die Kennzeichnung der Luftschiffe, hier die "Graf Zeppelin" und die "Hindenburg", mit der zur Staatsflagge avancierten Hakenkreuzfahne hinnehmen.
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Die Katastrophe
von Lakehurst, 1937
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Abwrackung
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Hugo Eckener vor
beschädigten Luftschiff-Hallen, 1945
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Herausgabe des
"Südkuriers"
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Hugo Eckener im
Garten sitzend, 1947
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Hugo Eckener feiert
seinen 80. Geburtstag
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Überfüllter
Saal im Deutschen Haus, Flensburg 1951
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Hugo Eckener auf
dem Weg zum Redepult, Deutsches Haus 1951
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Aus seinem Elternhaus
winkt Eckener dem Jubelzug zu
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Eckener und Bundespräsident
Heuß, 1952
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Ein schmunzelnder
Eckener, mit der unverzichtbaren Zigarre
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Zusammenfassend
läßt sich sagen:
Hugo Eckener war eine von sich überzeugte, überaus kantige und
für seine Zeitgenossen nicht immer leicht zu nehmende Persönlichkeit.
Sein Lebensweg verlief durchaus nicht gradlinig, stets aber, im Erfolg
und in den Niederlagen, blieb er sich und seiner Heimat treu. So liegt
Eckeners Reiz bis heute in der gelebten Synthese heimatlicher, technischer,
ökonomischer und weltpolitischer Interessen. Er war Schriftsteller
und Techniker, Wissenschaftler und Unternehmer, Patriot und politisch
engagierter Weltbürger. Dr. Broder Schwensen, Städtischer Archivdirektor
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