Dänische Positionen
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Mit dieser Zusicherung in Händen reiste Hanssen nach
Apenrade, wo am 16./17. November 1918 Vorstand und Aufsichtsrat des
dänischen Wählervereins tagten. Dieser erhob in einer ersten
"Apenrader Entschließung" die Forderung, daß Nordschleswig
als Ganzes (en bloc) abzustimmen habe und ein Gebiet bezeichne, das
nördlich einer Linie liege, die Tondern im Süden und Flensburg im
Norden umlaufe. Dies geschah unter Rückgriff auf eine bereits um die
Jahrhundertwende von dem Lehrer H. V. Clausen empfohlene und
zeichnerisch festgehaltene Trennungslinie. Damit war gewährleistet,
daß Nordschleswig im Abstimmungsfalle unzweifelhaft an Dänemark
fiel. Zugleich vertraute Hanssen darauf, daß die zwangsläufig
mit eingegliederten deutschen Bevölkerungsteile in den Städten, im
Gebiet um Lügumkloster und in der Schluxharde im Laufe der Zeit
"aufgesogen" werden könten. |
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Überdies wurde in Apenrade festgehalten, daß auch
den angrenzenden Distrikten in Mittelschleswig grundsätzlich das Recht auf
eine gesonderte, gemeindeweise Abstimmung einzuräumen sei. Unter
Vorsitz des Großhändlers J. C. Paulsen sowie Redakteur
Andreas Grau als Sekretär konstituierte sich noch im November 1918
ein "Mittelschleswigscher Ausschuß", der mittels einer zweiten
Abstimmungszone auch Flensburg samt Umland sowie Südtondern an
Dänemark bringen wollte. |
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Ernst Christiansen |
Des weiteren scharte sich gegen Ende des Jahres 1918 ein
radikaler Kreis um Ernst Christiansen, den nationalistischen
Chefredakteur des dänischen Tageblatts "Flensborg Avis". In
Abstimmung mit gleichgesinnten Gruppierungen im dänischen Königreich
erstrebte er Eider, Treene und Dänemark als zukünftige Südgrenze
Dänemarks. Dem überlebten "Historischen Recht" verbunden, erreichte
die Danewerk-Gruppe nach umtriebigen Aktivitäten in Paris im
Frühjahr 1919 vorübergehend die Errichtung einer dritten,
südschleswigschen Abstimmungszone. |
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Bei der Verfolgung seiner Ziele intrigierte dieser Kreis
nicht zuletzt gegen die Politik der linksliberalen dänischen Regierung
Zahle. Diese stützte sich im dänischen Folketing auch auf die
sozialdemokratische Fraktion, und gemeinsam erstrebte man eine für
Dänemark und Deutschland langfristig tragbare Lösung des
schleswigschen Nationalitätenkonflikts. Zahle übernahm in der
Folgezeit weitgehend das Programm der Apenrader Entschließung vom 17.
November 1918, lehnte aber Politik und Ziele der Danewerk-Gruppe ab. |