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Die sozialdemokratische Arbeiterschaft wirkte in der von
Eduard Adler als Geheimbund organisierten "Schutzwehr" beim
nächtlichen Anschlagen von Plakaten oder Auslegen von Flugschriften mit.
In Flensburg, dem zentralen Kampfplatz, gelang es seit November 1919, jedes
Flugblatt, jedes Plakat und jede Nachricht innerhalb einer Stunde
flächendeckend zu verbreiten. Erreicht wurde diese Leistung durch
Aufteilung des Stadtgebiets in zwölf Bezirke, denen je ein Vertrauensmann
vorstand, der wiederum verläßliche Hilfskräfte anwarb.
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Für die öffentliche Agitation in Flensburg schuf
Dr. Köster im Oktober 1919 einen "Stadtausschuß", der wenig
später um einen "Landesausschuß" ergänzt wurde. Das Augenmerk
eines speziellen "Riegelausschusses" galt der Werbearbeit in den Gemeinden
unmittelbar nördlich und westlich Flensburgs. |
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Das "Lederhaus" |
Im "Lederhaus", bei Feys Hotel in der
Rathausstraße gelegen, ratterten die Schreibmaschinen und klingelten die
Fernsprecher der von Dr. Alnor geleiteten "Nachrichtenzentrale", die
insgesamt anderthalb Millionen deutsche Flugblätter und 200.000 Plakate
produzierte und den Rednereinsatz organisierte. |
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Das "Alt-Flensburger-Haus" |
Das "Alt-Flensburger-Haus" in der Norderstraße
diente als deutsches Presseheim. Hier hielt Dr. Köster seine
Konferenzen ab, und im Jagdzimmer arbeiteten unter Leitung von Dr.
Muuß die Redaktionsstäbe des 1919 gegründeten
"Flensburger Tageblatts" und der Zeitungsbeilage "Unser
Schleswig", - beides Gegengründungen zu der zur dänischen Seite
gewechselten "Flensburger Norddeutschen Zeitung" und der dänischen
Abstimmungszeitung "Unser Land". In den hinteren Räumen des
"Alt-Flensburger-Hauses" tagte schließlich als zentrale Aktionsspitze ein
Drei-Männer-Ausschuß mit Gewerkschaftssekretär Bauer,
Dr. Alnor und Dr. Kähler sowie ein zwölfköpfiges
"Gremium", dessen Mitglieder jede Nacht in geheimer Sitzung die neuesten
Meldungen und Maßnahmen durchsprachen. |
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Redaktionsräume "Flensborg Avis" |
Die dänischen Organisationen ähnelten den
deutschen, waren jedoch weniger arbeitsteilig aufgefächert. Ihr
Hauptquartier bildeten die Redaktionsräume von "Flensborg Avis" am
Nordermarkt, wo Ernst Christiansen die Fäden in der Hand hielt.
Außerdem unterhielt der "Mittelschleswigsche Ausschuß"
Kontore in der Stadt, darunter das bedeutende Nachrichtenbüro J. M.
Ferdinands. Von hier aus organisierten seit Oktober 1919 Kopenhagener Studenten
die dänischen Flugblatt- und Plakataktionen. Unterstützung erfuhren
sie in ihrer Arbeit auch vom "Tillidsraadets Valgkontor" in der
Toosbüystraße. |
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Um Verunglimpfungen vorzubeugen, unterwarf die CIS
sämtliche Flugblätter und Plakate einer Zensur. Die Presse wurde vom
französischen Kommissionsmitglied Claudel beaufsichtigt. Im Vorfeld der
Abstimmung in der 2. Zone erwirkte er am 18. Februar ein einwöchiges
Verbot des deutschen "Flensburger Tageblatts", nachdem die Zeitung die
Beseitigung dänischer Propagandatafeln verteidigt hatte. Das am 6.
März 1920 erlassene, unausgewogene Flaggenverbot der CIS mußte nach
der demonstrativen Arbeitsniederlegung der deutschen Kommissions-Ratgeber
teilweise zurückgenommen werden. |