Die Abstimmungen am 10. Februar und
14. März 1920 |
Die Abstimmung in der nordschleswigschen 1. Zone erfolgte am
10. Februar 1920. Von den insgesamt 111.191 Stimmberechtigten nahmen 101.652
Personen ihr Stimmrecht wahr. Dies entsprach einer hohen Wahlbeteiligung von
91,5%. Auf Dänemark entfielen 75.431 Stimmen (74,2%), während 25.329
Stimmberechtigte (24,9%) für Deutschland votierten. |
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Stimmzettel |
Tatsächlich hatten sich in sämtlichen zur 1. Zone
gehörigen Kreisen bzw. Kreisstellen deutliche dänische Mehrheiten
ergeben. Von den nordschleswigschen Städten wies allerdings nur
Hadersleben eine dänische Majorität auf, während in Sonderburg,
Apenrade, Tondern und dem Flecken Hoyer sowie in weiteren drei Dutzend
nordschleswigscher Gemeinden der deutsche Anteil zum Teil deutlich
überwog. |
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"Flensburg im Flaggenschmuck" |
Ein eher harmloser Zwischenfall, das kurzzeitige Niederholen
der alliierten Flaggen auf dem "Flensburger Hof" durch einen deutschen
Patrioten und Aufziehen der schleswig-holsteinischen Farben sowie der alten
Reichsfahne am 11. Februar 1920, markierte den Auftakt der letzten Phase des
Abstimmungskampfes in der 2. Zone. Nochmals mobilisierten beide Seiten
sämtliche finanziellen, materiellen und personellen Reserven. Der am 13.
März 1920 in Berlin entfachte, rechts-nationalistische Kapp-Putsch blieb
dank der beherzten Gegenmaßnahmen Dr. Kösters ohne entscheidenden
Einfluß auf das Abstimmungsergebnis. Am selben Tage sammelten sich
nochmals 35.000 Menschen in Flensburg zu einer kilometerlangen
Marschsäule, um auf einem mehrstündigen Umzug durch die Stadt ihr
Deutschtum zu demonstrieren. Am 14. März 1920 fiel die Entscheidung. In 22
Wahlbezirken traten die Flensburger Stimmberechtigten ab morgens 9 Uhr an die
Wahlurnen; in der Oberrealschule I an der Reepschlägerbahn, dem heutigen
Museums-Nebengebäude, standen für die Auswärtigen zehn
Abstimmungsräume bereit. Voller Spannung fieberte die Stadt am Abend der
Auszählung entgegen. |
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Von den 71.104 Stimmberechtigten der 2. Zone nahmen 64.524
an der Wahl teil. Dies entsprach einer ebenfalls hohen Wahlbeteiligung von
90,75%. Für Deutschland votierten 51.724 Stimmberechtigte (80,2%),
während sich 12.800 (19,8%) für Dänemark entschieden. Die
deutschen Stimmanteile betrugen in der Regel 70 - 95%, lediglich die kleinen
Stimmbezirke Goting, Utersum und Hedehusum auf der Insel Föhr wiesen
dänische Mehrheiten auf. |
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In Flensburg, dem Brennpunkt des Geschehens in der 2. Zone,
stand 8.944 dänischen Stimmen (24,8%) eine überwältigende
deutsche Mehrheit von 27.081 Stimmen (75,2%) gegenüber. Keiner der
städtischen Wahlbezirke wies eine dänische Mehrheit auf. Bei
Bekanntwerden des Ergebnisses herrschte im Lager der Dänen tiefe
Niedergeschlagenheit. Die deutschgesinnten Bürger aber versammelten sich
in den Hauptstraßen der Fördestadt zu Demonstrationszügen und
Freudenkundgebungen. Immer wieder erklang das Schleswig-Holstein-Lied. Um
Mitternacht läuteten die Kirchenglocken, und ein tausendstimmiger Chor
antwortete: "Nun danket alle Gott." |