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8-Juni
2004
Die Hälfte aller Österreicher
ist Allergiker
Hygienewahn
als Ursache für Immun-Überempfindlichkeit
Wien (pte, 8. Juni 2004) - Nach jüngsten
Untersuchungen leiden fast 50 Prozent der Österreicher
unter Allergien. Nach der so genannten Hygiene-Hypothese
ist die zunehmende Sauberkeit ein Mitgrund für das immense
Ansteigen der Allergien in den Industrienationen.
Wissenschaftler
der Universität
Marburg haben nun bewiesen, dass die hohen Hygiene Standards
eine Ursache für Allergien sind, berichtet die Gesundheitsplattform
Zu viel Sauberkeit macht krank
Die
Hygiene-Hypothese besagt, dass das menschliche Immunsystem
wegen übergroßer Hygiene unterfordert ist. Gewissermaßen
aus Langeweile stürze es sich deshalb auf harmlose Stoffe
als Ersatzfeinde. Statistischen Studien konnte man schon lange
entnehmen, dass Kinder in allzu keimfreier Umwelt besonders
anfällig
für Allergien sind. Für diese Hypothese
sprechen die so genannten Kuhstall-Studien. BeiKindern, die
auf dem
Bauernhof
aufwachsen, ist das Risiko an Heuschnupfen oder Asthma zu erkranken
nur etwa halb so groß, berichten die Forscher. Grund
dafür
ist ein "trainiertes Immunsystem".
Der Kontakt mit dem
Bakterienbestandteil Endotoxin während
der Kindheit bewirkt möglicherweise, dass das Immunsystem
Allergene besser toleriert, so dass es seltener zu allergischen
Reaktionen
kommt. Landkinder sind dieser Substanz häufiger
ausgesetzt als Stadtkinder. Diese Ergebnisse hat die internationale
Allergy and Endotoxin Gruppe (ALEX) veröffentlicht. Die
Universitätskliniken in Marburg, Salzburg, Basel und München
konnten in einer gemeinsamen Studie an 3.500 Kindern anhand
spezieller Botenstoffe, den so genannten Zytokinen, nachgewiesen,
dass das Immunsystem der untersuchten Vier- bis Achtjährigen
auf besondere Weise trainiert war. Weil sie ständig mit
Keimen konfrontiert werden, wird ihr Immunsystem toleranter,
es gewöhnt
sich an harmlose Bakterien und schaltet quasi ab. Rund 20 Prozent
der Kinder und Jugendlichen leiden heute an Heuschnupfen, jeweils
zehn Prozent an Neurodermitis und an Asthma.
Hälte aller Österreicher
leidet an Allergien
Eine österreichweit durchführte
Studie ergab, dass rund 50 Prozent aller Menschen an Allergien
leidet. Als häufigste
Allergieform, mit knapp 25 Prozent, wurde die Pflanzenallergie genannt.
Mehr als 13 Prozent der Befragten klagen über Tierallergien
bzw. Hausstauballergien.
Sehr stark zunehmend sind auch Lebensmittelallergien.
Zwischen
1950 und 1960 lagen diese Zahlen noch um das Vier-
bis Fünffache unter den derzeitigen Werten. Die
Forscher hatten ursprünglich angenommen, dass Umweltverschmutzung
der Grund für die Zunahme an Allergien war. Indizien
wiesen aber daraufhin, dass der Hygienewahn der tatsächliche
Auslöser ist.
Besonders schlimm wirken hierbei die chemischen Keulen und
aggressiven Putzmittel auf Chlorbasis, die nach Ansicht der
Experten völlig überflüssig
sind.
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