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20. Mai
2004
Armut & Zigaretten
Untere
Gesellschaftsschichten rauchen mehr und sterben eher
daran
Liegt es an mangelhafter Bildung? Oder am Stress,
der durch die ständige Sorge wegen dem Geld ausgelöst wird?
Wie auch immer, das Deutsche
Krebsforschungszentrum DKZ weiß zu berichten,
dass es in Deutschland große
soziale Unterschiede im Rauchverhalten und bei der tabakbedingten
Sterblichkeit gibt:
Besonders Personen der unteren sozialen Schichten greifen eher
zur Zigarette als jene höherer
Einkommens- und Bildungsschichten.
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Und diese Unterschiede
scheinen schon recht früh aufzutreten. Denn der Raucheranteil
unter den 18- bis 19-Jährigen
liegt bei den Hauptschülern
um 25 Prozent höher als bei gleichaltrigen Gymnasiasten.
Berufsgruppen und Zigarettenkonsum
Große Unterschiede
sind auch beim Rauchverhalten zwischen den verschiedenen
Berufsgruppen erkennbar: Männer in einfachen manuellen
Berufen und Frauen in einfachen Dienstleistungsberufen
rauchen im Vergleich zu Personen in anderen Berufsgruppen am
häufigsten
(bis zu 50 Prozent), dagegen rauchen nur etwa 15 Prozent der
Gymnasial- und Hochschullehrer sowie Ärzte.
Einkommen und Zigarettenkonsum
43 Prozent
aller Männer mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen
von unter 730 Euro pro Monat rauchen. Hingegen sind es
nur 23 Prozent allerMänner in der höchsten
Einkommensgruppe mit 3.350 Euro und mehr.
Arme Leute geben mehr für Tabak aus als Besserverdienende
Durchschnittlich 5,5 Prozent des Einkommens wird in deutschen Privathaushalten für Tabakwaren ausgegeben. Gerade in Gruppen mit schwachen Einkommen und vor allem bei Alleinerziehenden kann dieser Ausgabenanteil bis zu 20 Prozent betragen. Das DKZ fordert die Politiker auf,
die Tabakkontrollmaßnahmen stärker als bisher gezielt auf Personengruppen mit niedrigem Einkommen und geringerer Bildung auszurichten. Eine zehnprozentige Steuererhöhung bewirkt einen Rückgang des Konsumverhaltens bei Personen mit Niedrigeinkommen um bis zu 13 Prozent im Vergleich zu vier Prozent bei der Gesamtbevölkerung, berichtet das DKZ. Darüber
hinaus sollten sich auch Beratungs-
und Behandlungsmaßnahmen zur Tabakentwöhnung und
Kommunikationsstrategien in Massenmedien stärker als bisher
an sozial benachteiligte Bevölkerungsschichten wenden.
Weitere Informationen: www.tabakkontrolle.de
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