| Oktober
2003
Schon
die Pharaone
im Alten Ägypten kauten Kaugummi
Gefunden:
Historisches Lehrbuch zeigt Heilkunst der
alten Ägypter
Ägypten war vor 3.500 Jahren nicht nur für seine Pyramiden berühmt, sondern auch für seine Heilkunst: Ägyptische Ärzte heilten Alltagskrankheiten wie Schnupfen, Bauch- und Zahnweh, hatten Mittel gegen Haarausfall und Körpergeruch und wussten wie eine Empfängnis zu verhüten war.
Sie konnten Körperteile amputieren und mit hölzernen Prothesen den Verletzten wieder zu einem normalen Leben verhelfen. Aufschluss über die Heilkunst der Pharaonen gibt vor allem der "Papyrus Ebers", ein medizinisches Lehrbuch, das 879 Rezepte, Lehr- und Zaubertexte gegen Krankheiten und Leiden aller Art enthält. Dies berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in seiner
November 2003-Ausgabe.
Medizinisches Lehrbuch
aus dem Alten Ägypten
"Papyrus Ebers" wurde vor etwa 140 Jahren in einem Grab in Theben gefunden und wird in der Universitätsbibliothek Leipzig aufbewahrt.
Diese Sammelhandschrift zeigt, dass sich die Krankheiten und Wehwehchen im Laufe von 3.500 Jahren wenig verändert haben. Auch die alten Ägypter litten an Arthritis und unter schlechten Zähnen, hatten Kreislaufprobleme und Migräne. Infektionskrankheiten wie Tuberkulose waren keine Seltenheit und sogar Krebsfälle können heute nachgewiesen werden.
Die erkrankten Ägypter suchten den Rat ihres Hausarztes oder in schwierigen
Fällen auch den eines Spezialisten. Viele
der verschriebenen Mittel klingen nach guter alter Hausapotheke: Bei Asthma verordnete der Arzt Johannisbrotfrucht
gekocht im süßen
Bier, Muttermilch half gegen Schnupfen. Pfefferzäpfchen wurden zur Empfängnisverhütung
eingesetzt und mit Honig linderte man Augenleiden. Ein Mittel gegen Mundgeruch
wurde vor allem von den Frauen geschätzt: Kügelchen aus Myrrhe,
Weihrauch, Melone und anderen Zutaten – das war nichts anderes als der erste
Kaugummi.
Kaugummi raus. Hamburger rein...
Foto aus Flensburg

Wie heute auch mußten die Heilmittel vier Tage lang geschluckt, inhaliert oder gegurgelt werden. Wenn das Medikament in dieser Zeit nicht anschlug, taugte es nichts. Zuweilen lagen die alten Ägypter mit ihren Heilmitteln aber auch falsch, so galt bei ihnen der Römersalat als Potenzmittel. Die Griechen nannten ihn später zu Recht einen Liebestöter, denn er enthält Substanzen, die matt und müde machen.
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