| 6-Juni
2003
Erhöhtes
Krebsrisiko
durch Nachtschichten
Zusammenhang
zwischen Nacharbeit und Krebs erneut nachgewiesen
Boston
(pte) – Forscher
der Harvard
Medical School und dem
Brigham
and Women´s
Hospital wollen bei Frauen einen eindeutigen Zusammenhang
zwischen Nachtarbeit und erhöhtem Dick- bzw.
Enddarmkrebsrisiko nachgewiesen haben.
Das Ergebnis unterstützt
eine frühere Studie, die bei Nachtarbeiterinnnen ein erhöhtes
Brustkrebs-Risiko feststellte.
INE
zentrale Rolle soll dabei dem Hormon Melatonin zukommen,
das
der Körper in der Nacht produziert. Die Produktion erfolgt
allerdings nur im Dunkeln. Künstliches Licht während
Nachtschichten senkt die Melatonin-Konzentration im Blut. "Melatonin
hat nachweislich antikanzerogene Eigenschaften", berichten
die Forscher, die ihre Ergebnisse im Fachblatt Journal
of the National Cancer Institute publizierten.
Melatonin gilt bei manchen als das Wunderhormon
gegen Müdigkeit und Altern und ist in den USA in Apotheken
erhältlich.
Für
gewöhnlich wird Krebs bei Frauen mit Östrogen
in Verbindung gebracht, erklärt die Studienleiterin Eva
Schernhammer. Auch die Konzentration dieses Hormons werde durch
Nachtarbeit erhöht und könnte zu Krebs führen.
Die
aktuelle Studie an Frauen, die über 15 Jahre drei oder
mehr Nachtschichten pro Monat verrichteten und bei denen sich
das Risiko für Tumore des Dick- oder Enddarms um 35 Prozent
erhöhte, verdächtigt jedoch das fehlende Melatonin.
Die Ergebnisse müssen laut Schernhammer mit weiteren Studie
abgesichert werden. Aber die Daten weisen bereits jetzt darauf
hin, dass es Melatonin und nicht Östrogen sein dürfte,
das das Krebsrisiko beeinflusst, so die Studienleiterin.
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