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Flensburg online: Logopädische Versorgung soll besonders schlecht in Schleswig-Holstein sein / März 2006

 

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A N Z E I G E –

 

Erhalten Menschen mit Sprachstörungen noch alle therapeutischen Maßnahmen?

Immer mehr Menschen bleiben ohne logopädische Versorgung. Besonders Patienten in Schleswig-Holstein und Nordrhein sind davon betroffen.

Von Einwanderern erwarten wir zu Recht, daß sie die deutsche Sprache beherrschen beziehungsweise ernsthaft und erfolgreich bemüht sind, sie zu erlernen. Das tun wir ja nicht, um die armen Menschen zu schikanieren, sondern um sicherzustellen, daß sie sich in unserem Land möglichst schnell, möglichst umfassend zurecht finden. Auch von den Erstklässlern wird eine gute Sprachkompetenz erwartet. In der Arbeitswelt gehört die Fähigkeit zur sprachlichen Kommunikation in fast allen Berufen zu den wichtigsten Jobvoraussetzungen.

Menschen mit Sprachstörungen haben es schwer, die notwendige therapeutische Hilfe zu erhalten

Menschen zur Sprache zu bringen ist dagegen derzeit äußerst schwierig: Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, Aphasiker nach einem Schlaganfall, einer Hirnoperation oder einem Unfall, Menschen mit Stimmstörungen und andere Patienten, die an Sprach- und Sprechproblemen leiden, haben es seit Jahresbeginn 2006 schwer, die notwendigen Verordnungen für therapeutische Hilfe zu erhalten. "Die Patienten werden immer stärker in die Auseinandersetzungen zwischen Ärzten und Gesundheitspolitik hineingezogen, was derzeit in manchen Bundesländern zu einer echten Unterversorgung mit Heilmitteln führt", so Lucas Rosenthal, Geschäftsführer des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie.

In Schleswig-Holstein verweigern immer mehr Ärzte die Verordnung von logopädischer Therapie

Akut ist dies vor allem in Schleswig-Holstein und in Teilen Nordrhein-Westfalens. Dort haben die zum 1.1.2006 eingeführten sogenannten Heilmittel-Richtgrößen, die die Ausgaben für Heilmittel deckeln sollen, erhebliche Versorgungsdefizite zur Folge. "Immer mehr Ärzte verweigern die Verordnung von logopädischer Therapie und anderen Heilmitteln, obwohl diese aus medizinischer Sicht notwendig sind", so die Vorsitzende des dbl-Landesverbandes Schleswig Holstein, Tanja Weskamp. Ursache sei vor allem die Angst vor einem drohende Regress, in den die einzelnen Ärzte genommen werden sollen, wenn sie die ihnen zugebilligten Verschreibungsmengen überschreiten, so Weskamp.

In Schleswig-Holstein sollen 8.000 Patienten betroffen sein

Auf der Basis einer Umfrage unter logopädischen Praxen schätzt der dbl-Landesverband, dass in Schleswig-Holstein insgesamt mindestens 8.000 Patienten und Patientinnen von unzureichenden oder fehlenden Verordnungen betroffen sind.

Auch im Bezirk der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein ist die Versorgung aus diesem Grund derzeit äußerst problematisch. Hier sollen darüber hinaus im Vergleich zu 2005 bei den Heilmitteln 25 Millionen Euro eingespart werden. Dies hat zu erheblichen Einbrüchen bei den Verordnungen geführt. "Leidtragende sind ausgerechnet Patienten, die ihre Bedürfnisse nicht artikulieren können", so der dbl-Landesverbandsvorsitzende Sebastian Brenner.

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Als einen Schritt in die richtige Richtung beurteilt Brenner die inzwischen im Bereich Nordrhein beschlossene Regelung zu sogenannten Praxisbesonderheiten: Bei bestimmten Erkrankungen werden die notwendigen Heilmittelverordnungen nicht auf das Praxiskontingent angerechnet. "Es ist zu hoffen, dass die Ärzte in Nordrhein die Versorgung der Patienten mit Heilmitteln nunmehr wieder sicher stellen", so Brenner.

Der Geschäftsführer des dbl, Rosenthal, appelliert: "Im Interesse der Patienten sollten die Krankenversicherungen und die Kassenärztliche Vereinigung in Schleswig-Holstein diese Regelung umgehend übernehmen".

Internet: Deutscher Bundesverband für Logopädie

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