Alles was recht ist

Vorgeschichte
Mathildenstraße, irgendwo in Deutschland. Herr Freundlich ist ein sehr geselliger Mensch. In seinem Wohnblock ist er sehr beliebt. Herr Freundlich spielt regelmäßig Skat mit seinen Freunden in seiner Wohnung. An solchen Abenden wird auch mal ein Bier dazu getrunken. Jedoch an diesem Abend wurde es ein wenig mehr. Für einen seiner Freunde sogar zuviel. Als Herr Freundlich dies bemerkte, bestellte er ein Taxi und begleitete seinen betrunken Besuch hinunter. Im Hausflur trafen die beiden auf Frau Hörtalles. Der betrunkene Gast des Herrn Freundlich lallte etwas das wie "nschöön guten Tach auch" klang. Frau Hörtalles verstand aber "schön sehen Sie gerade nicht aus". Rums, gekränkt knallte Frau Hörtalles die Tür zu und rief den Hausbesitzer ( ihr Schwager ) an. Dieser reagierte prompt und erteilte Herrn Freundlich Besuchsverbot täglich ab 22.00 Uhr. Sein inzwischen nicht mehr betrunkener Freund darf das Haus nicht mehr betreten.

Das sagt der Rechstexperte dazu
Michael Stephan
Rechtsanwalt

   

Besucher

 

Der Mieter darf grundsätzlich Besucher in beliebiger Zahl und auch zu beliebiger Zeit empfangen. Der Vermieter hat kein Recht, dem Mieter darüber irgendwelche Vorschriften zu machen. In der Wohnung hat allein der Mieter das Hausrecht und dies erstreckt sich auch auf die Zugänge zur Wohnung. Deshalb darf der Vermieter in Ausübung seines Hausrechts einem Besucher auch nicht das Betreten des Hauses verbieten, selbst wenn dieser ihm nicht genehm ist. Allerdings hat der Vermieter das Recht, bestimmten Besuchern das Betreten zu verbieten, wenn dafür schwerwiegende Gründe vorliegen, z.B. wenn sie Streit verursachen. Für ein eventuelles Fehlverhalten seiner Besucher haftet der Mieter im allgemeinen aber nicht, weil der Besucher kein Erfüllungsgehilfe des Mieters ist.