Flensburg online: Karneval
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     ALAAF! Kölle Alaaf! Was die Jecken und vereinzelt heimlich auch hinter zugezogenen Wohnzimmer-Gardinen Alaaf wurde erstmals im 16. Jahrhundert durch den Fürsten Metternich in einer Bittschrift verwendet (Cöllen al aff = Köln über alles) und im Karneval 1733 als Lob- und Trinkspruch nachgewiesen. Mit dem dreifachen Ruf "Kölle Alaaf" lassen die Kölner ihre Stadt hochleben.



Woher kommt eigentlich Karneval? Zur Römerzeit wurden am Jahresende der Gott Saturn und das nahe Ende des Winters gefeiert. Während der "Saturnalien" bewirteten die Freien die Sklaven, es herrschte also wie beim Karneval eine "verkehrte Welt". Zu Ehren der Göttin Isis wurde ein Schiffswagen durch die Straßen gezogen; von diesem "Carrus navalis" leitet sich möglicherweise das Wort Karneval ab. Eine andere Erklärung ist das mailändische "carnelevare", was bedeutet "Fleisch wegnehmen". Der Name bezieht sich also wie "Fastnacht" auf die Fastenzeit vor Ostern. Da die Menschen auch durch Verbote nicht von dem vorchristlichen wilden Treiben abzubringen waren, machte die Kirche im Mittelalter aus dem heidnischen Kult ein christliches Fest: Sie deutete die Fünfte Jahreszeit als Kampf zwischen dem Reich Gottes und der irdischen Pracht, zwischen Gut und Böse. Ein Kampf, bei dem alles erlaubt ist, der aber mit dem Beginn des vorösterlichen Fastens am Aschermittwoch beendet sein musste. Auch damals galt also schon: Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Im protestantischen Norddeutschland hoben die Reformatoren das Fastengebot auf, wodurch die Fastnacht ihren religiösen Hintergrund verlor und ausstarb. Daher feiert man Karneval heute in Deutschland überwiegend in den katholischen Gebieten im Süden, Südwesten und in der Mitte Deutschlands. Im bürgerlichen Zeitalter, das im Rheinland Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Einmarsch der Franzosen begann, wurde der Karneval zunächst von den Besatzern abgeschafft. Als das Karnevalsverbot zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder aufgehoben wurde, geriet das tolle Treiben außer Rand und Band. Auf den Versammlungen der ausschließlich männlichen Komiteemitglieder wurden auch schon bald die ersten Orden verliehen - als Parodie auf die Ordenswut der deutschen Kleinstaaten und der Militärs. Auch das "militärische" Auftreten der Karnevalsgarden und der Narhalla-Marsch folgen dieser Tradition. Auch die Narrenkappe sollte die liberale Gesinnung ausdrücken: "Gleiche Brüder, gleiche Kappen!" war die Forderung. Der Karneval gewann eine politische Dimension, die sich auch heute noch in den zahlreichen politisch-satirischen Reden "in der Bütt" widerspiegelt. Unter der Narrenmaske sind die gesellschaftlichen Unterschiede aufgehoben, und im Ausnahmezustand werden die sonst üblichen Autoritäten öffentlich vorgeführt, zum Beispiel auf den Motivwagen im rheinischen Karneval.


Flensburg online Nuckelflaschen-Kompatibiltät / 6-März 2000