Wie
kann beim Backen von Weihnachtsplätzchen Acrylamid vermindert
werden?
Wie groß ist das Risiko von Acrylamid in Lebensmitteln
und wie läßt sich die Bildung des Stoffes vermeiden?
Diese Frage stellen sich dieser Tage besonders im Hinblick
auf die Speisen, die zum Fest verzehrt werden viele Verbraucher.
Acrylamid ist eine - in Tierversuchen herausgestellte -krebserregende
und erbgutschädigende Substanz, höhere Dosen wirken
nervenschädigend. Das tatsächliche Risiko für den
Menschen kann heute noch nicht abgeschätzt werden. Derzeit
laufen verschiedene Forschungen, die die gesundheitlichen Gefahren
von Acrylamid für den Menschen feststellen sollen.
Acrylamid entsteht vor allem beim Erhitzen
von stärkehaltigen Lebensmitteln während der sogenannten
"Bräunungsreaktion". Diese finden sich
insbesondere beim Frittieren, Rösten, Braten, Grillen, aber
auch beim Backen. Dass Acrylamid in Pommes frites, Kartoffelchips,
Knäckebrot und Frühstückscerealien vorkommt, ist
mittlerweile bekannt. Aber wie sieht es mit weihnachtlichem Gebäck
aus? Darüber gibt nun eine Studie der Bundesanstalt für
Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung in Detmold und Münster
(BAGKF) Aufschluss.
Gesunde
Weihnachtsbäckerei - Grundregeln zur Vermeidung und Einschränkung
der Acrylamidbildung
Um die Frage des Acrylamidgehalts in Plätzchen
zu klären, nahm das BAGKF verschiedene Gebäcksorten
unter die Lupe und kam zu interessanten Ergebnissen.
Werden einige Grundregeln beim Backen beachtet, so kann die Bildung
des gefährlichen Stoffes vermindert werden. So ist vor allem
die Backtemperatur wichtig: In Plätzchen, die bei
einer Temperatur von 190 Grad gebacken werden, wurde ein geringerer
Anteil an Acrylamid nachgewiesen als in den Sorten, deren Backtemperatur
darüber liegt.
Daneben spielt auch die Backzeit eine entscheidende Rolle.
Grundsätzlich gilt, dass bei kürzeren Backzeiten das
Risiko der Acrylamidbildung verringert wird. Da der Stoff vor
allem an der Oberfläche des Gebäcks gebildet wird, sollten
Kuchen und Plätzchen nach dem Motto "Vergolden statt
verkohlen" gebacken werden. Aber auch die Größe
der Backware ist ein ausschlaggebender Faktor. Je größer
die Oberfläche im Bezug zum Volumen, desto größer
die Gefahr der Acrylamidbildung. Kleines Gebäck wie Plätzchen
weist eine vergleichsweise größere Oberfläche
auf und kann somit in aller Regel mehr Acrylamid enthalten. Deshalb
ist es vorteilhaft, statt Kleingebäck einen in Scheiben geschnittenen
Weihnachtskuchen oder Stollen auf dem Adventsteller anzubieten.
Ein
Ei im Teig kann die Bildung von Acrylamid vermindern
Erfreuliches zeigten die Untersuchungsergebnisse
der BAGKF in puncto Verwendung von Eiern beim Backen: Bei
einer Backtemperatur bis 190GradC führte der Zusatz von Ei
zu niedrigeren Acrylamidgehalten! Allerdings sollte hier darauf
geachtet werden, dass die Temperaturen nicht zu hoch sind, da
bei ca. 220 Grad das Backen mit Ei aufgrund einer starken Bräunung
zu höheren Acrylamidgehalten führen kann.
Und wie können Verbraucher sich Klarheit über die Qualität
des Eies verschaffen? Hier genügt ein Blick auf die Kennzeichnung
direkt auf dem Ei, die präzise Auskunft über Herkunft
und Haltungsform gibt. Seit Oktober 2002 kennzeichnen die deutschen
Eierproduzenten auf freiwilliger Basis - EU-weit tritt die neue
Regelung erst ab 01. Januar 2004 in Kraft - ihre Produkte so,
dass sowohl die "Art der Legehennenhaltung" als auch
die "Herkunft des Eies" leicht erkennbar sind. Mit der
neuen Eierkennzeichnung können sich Verbraucher in
Zukunft in doppelter Hinsicht ganz sicher sein: Mit DE gekennzeichnete
Eier bieten Konsumenten zum einen Sicherheit durch die kontrollierte
deutsche Herkunft und zum anderen mit einer einzigen Ziffer Klarheit
in Sachen Haltungsform.
Weihnachtlicher
Genuss ohne Bedenken
Um den Gehalt an Acrylamid in weihnachtlichem
Naschwerk zu reduzieren, gilt: Weniger ist mehr! Kürzere
Backzeiten schränken das Risiko ebenso ein wie niedrigere
Temperaturen. Und ein Weihnachtskuchen macht sich auf dem festlich
gedeckten Tisch ebenso gut wie ein Plätzchenteller. Enthält
das das Gebäck außerdem Ei, steht dem bedenkenlosen
Genuss nichts mehr im Wege.
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