Voller Sehnsucht

Literatur

 

Literatur

Hey!, rief ich,
Wo bist du denn?
Aber bei den Frauen,
die antworteten,
warst du nie dabei.

Literatur


Ich weiss nicht, in wie viele Träume sie mich geschossen haben, aber ich bin jedesmal wieder aufgewacht und wusste, dass es mehr geben musste als das, was sie mir als mein Leben andrehen wollten.

 


Und dein Name war Marion, Elke und Ulrike
oder wie auch immer.
Ich hab deine Namen vergessen
so wie du meinen vergessen hast.
– Und wir schenkten uns unsere Küsse,
aber konnten den Durst doch nie stillen.

Und dein Name war Bärbel, Rosy und Iris
oder wie auch immer.
Ich hab deine Küsse vergessen
so wie du meine vergessen hast.
– Und wir schenkten uns unsere Streichler,
aber konnten die Sehnsucht doch nie füllen.

Und dein Name war Gerhild, Elfie und Ute
oder wie auch immer.
Ich hab deine Streichler vergessen
so wie du meine vergessen hast.
– Und wir schenkten uns unseren Spaß
aber konnten doch nie glücklich werden.

Wir schenkten uns unsere Körper,
weil wir nicht viel mehr zu geben hatten.
Und in deinen Augen fragte es nach mehr,
aber ich sagte, ich kann nix geben,
weil ich mich noch nicht mal selber habe.
Und wenn du eingeschlafen warst,
stand ich auf Jupiter und schrie nach mehr.

Und dein Name war Ines, Petra und Judith
oder wie auch immer.
Ich hab deinen Körper vergessen
so wie du meinen vergessen hast.
– Und wir schenkten uns die wilden Nächte
aber kamen nie aus diesem Kosmos raus.

Und so lauf ich weiter durch die Jahrhunderte.
Nehm mir vor, nicht links und nicht rechts zu gucken, weil ich doch nur einen Blick für Deine Augen haben will.

Ich hab nach dir gesucht.
Auf viel zu vielen Partys.
In viel zu vielen dunklen Ecken
unserer Sehnsüchte und Lüste.
In viel zu vielen kalten Betten,
die so viel versprochen hatten.

Es gab Zeiten, als ich dachte, du sitzt da oben irgenwo auf'm Saturn oder Jupiter rum und reichst mir deine Hand. Doch als ich mich hochgeschossen hatte und kein Rauschgiftfahnder mich jemals wieder runterholen konnte, da endete ich doch immer nur mit einer Monats-Busfahrkarte in den kalten Weiten dunkler Universen.

Hey!, rief ich, Wo bist du denn?
Aber bei den Frauen, die antworteten,
warst du nie dabei.

Und du warst auch nie auf den Südee-Inseln der Rum-Piraten, die mich auf ihren prall gefüllten Segelschiffen mitnahmen und mir letztlich doch nur einreden wollten, es ginge auch ohne dich.

Und ich weiss nicht, wie oft ich mich irgendwo auf dem Weg faul und zufrieden hinsetzte und dachte, so könnte es gehen.
Aber dann bin ich immer wieder aufgestanden und losmarschiert.
Stockend, ängstlich, einsam, so fürchterlich einsam.
Hey!, sag' ich dir jetzt, so langsam geht's nicht mehr.
So langsam hab' ich keine Kraft mehr.
Wie lange soll ich noch warten und hoffen?

Ok, für diese eine Nacht hab ich noch Kraft.
Will auf dich warten.
Steh bis zum frühen Morgen die einsamen Stunden am Fenster ab oder guck zu, wie im Display meines ISDN-Telefons die Sekunden die Zeit davonblinken.

Und ich bin tapfer.
Und ich lass mir nicht einreden,
ich würde zu viel erwarten.
Denn ich will doch nicht viel,
ich will doch nur dich.




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