Der Anfang

Und du in der untergehenden Sonne

Der Anfang

Das Bürozimmer

Was ist das Wort?

Und dann das Ende

 

 

Mein Feuer brannte, und du legtest mit deinem Lächeln noch ein Stück Kohle nach.

Flensburg online: Poems

Flensburg online: Poems

Aus der Tiefe meines Herzens schrie es nach dir. Und ich konnte hören, dass du antwortetest.

Flensburg online: Poems

Nein. Ach so. Ja.
Danke. Bitte.

 

Es würde gut werden

Ich weiß nicht, ob es Zufall oder berechnende Absicht war. Wie auch immer, es gefiel mir, wie du auf meinem Bett lagst, dich auf deinen Unterarmen abstütztest und dein Rock gerade eben das eine Stück auf deinen Oberschenkeln hochgerutscht war, um alle Signale auf Grün zu stellen.
Mein Feuer brannte. Und du legtest noch ein kleines Stückchen Kohle nach mit deinem Lächeln. Wie kostbar war dein Lächeln für mich armen Einsamen. Wir würden uns lieben. Zumindest körperlich. Und es würde gut werden.

Vorhin im Taxi schielte ich verlegen zu dir rüber und wusste nicht, ob ich meinen Arm einfach so um deine Schultern legen könnte. Jetzt wusste ich auch nicht, ob ich so einfach zu dir aufs Bett kommen konnte. Meine Güte, warum immer diese Unsicherheiten? Also griff ich wieder das Gespräch von dem Presseempfang auf dem Bavaria-Filmgelände auf und wiederholte, dass ich gerne Musik machen würde, weil Worte niemals die Tiefe erreichen, die es braucht, um auszudrücken, um was es wirklich geht. Bla, bla, bla, blabla.

Du hier auf meinem Bett.
Was für ein Wahnsinn

Ich konnte es nicht fassen. Du hier auf meinem Bett. Und ich hätte dich mit meinen Fingern erreichen können, wenn ich den Arm ausstrecken würde. Ich konnte dein schweres Parfüm schnuppern. Du hier! In meiner runtergekommenen Souterrain-Wohnung mit der Eisentreppe von oben nach unten. Du und ich. Ein Traum, den ich seit zwei Jahren hegte und pflegte. Und hoffen wir nicht alle, dass unsere Träume wahr werden? Natürlich. Aber gleich so dolle? So direkt? So hautnah? Träume sind so schön ungefährlich. Aber ich war bereit, in die Realität zu springen. Ach Quatsch, ich hatte bei dir gar keine andere Chance. Ob ich wollte oder nicht.

Ich dachte, mein Puls springt mein Herz aus allen normalen Bahnen in den Herzkasper, als ich vorhin auf dem Bavaria-Gelände plötzlich auf dem Presseempfang dich erblickte. Ich konnte kaum zuhören, als sie erzählten, dass dein neues Video nachbearbeitet oder was weiß ich wurde. Ich konnte mich nicht drauf konzentrieren, was sie mir erzählen wollten, denn ich sah nur dich. Ich kannte jedes deiner veröffentlichten Lächeln. Kannte jedes Wort, das sie von dir auf Platten gepresst hatten. Hatte unzählige Gespräche mit dir in meinen Gedanken geführt. Hatte dir in meinen einsamen Stunden meine Verzweiflung gebeichtet. Und nun warst du läppische vier oder fünf Meter von mir entfernt. Und natürlich sahst du noch viel besser als auf all den Fotos aus.

Start des Programms Coolness und leichte Arroganz

In mir legten sich die Schalter um. Das Programm Coolness & leichte Arroganz, hinter dem sich meine Ängste so gerne versteckten, kam in die Gänge.
Ich guckte zu dir. Du gucktest zu mir. Irgendwelche BRAVO-Fotografen standen im Weg. Irgendwelche Musikreporter kreuzten den Raum zwischen uns. Aber das war egal. Ich wusste, wir hatten uns gesehen. Ich wusste, wir würden nicht voneinander lassen können. Es ist dieser eine Augenblick, aus dem man weiß, wie all die nächsten Monate sein werden.

Bei mir schrie etwas aus der Tiefe meines Herzens nach dir. Und ich konnte hören, dass du antwortetest.
Ich ging rüber zum Getränketisch und holte mir noch eine Cola. Ich zündete mir noch eine Zigarette an. Und ich blickte noch einen Blick zu dir rüber. Waren es zwei oder drei Leute, die auf dich einredeten? Egal. Das hektische Flackern in deinen Augen, als du rüberschautest und mich nicht mehr dort stehen sahst, wo ich gerade eben noch gestanden hatte, zeigte mir, dass es dir wie mir ging. Das hektische Rumgegucke quer durch den Raum bis du mich dann hier stehen sahst.

Und dann die leichte Schüchternheit bei dir und mir, als sich unsere Blicke wieder gefunden hatten. Wir würden nicht voneinander lassen können, das war klar. Aber jetzt in diesem Augenblick siegte noch die Unsicherheit, die Angst, die Fremdheit. Jetzt in diesem Augenblick noch waren die vier oder fünf Meter zwischen uns eine unüberwindbare Wüste an Ängsten und Demütigungen und Verletzungen und Unsicherheiten, die man anhäuft in dem, was sie uns als unser Leben verkaufen.

Du schautest wieder rüber. Eine Flutwelle ergoss sich in die Wüste. Sie blühte auf, Blumen und Pflanzen überall. Du und ich. Augenblicklich wurden hundertfünfzig Leute um uns herum in die Nichtigkeit dieses Augenblicks katapultiert. Unsere Unsicherheiten schickten wir gleich hinterher. Viel los dort draußen im Kosmos, in den wir einfach alles rausschossen, was uns störte.

Meine Hand zitterte, als ich dir Feuer gab. Aber natürlich registrierte ich auch, wie die Zigarette zwichen deinen Fingern zitterte.

Du fragtest mich, ob ich eine Zigarette für dich hätte, als ich mich durch die Leute zu dir rübergearbeitet hatte. Natürlich sahst du, wie meine Hand zitterte, als ich dir Feuer gab. Warum zittert meine Hand? Wo kommt das her? Kann es nicht aufhören? Deinen Kopf leicht nach vorne gebeugt und deine langen Haare mit einer Hand vorsichtig nach hinten haltend, schautest du mich an. Was für ein Blick! Aber natürlich registrierte ich auch, wie die Zigarette mehr als normal zwischen deinen Fingern zitterte, als du den Tabak zum Aufflammen brachtest. Und dein so sicherer, dein so provokativer Blick flackerte ins Unsichere davon, als du merktest, dass ich es bemerkte.

Die ersten Tabakwolken stiegen auf. Können zwei Menschen so gierig an ihren Glimmstängeln nuckeln? Können Sie so hektisch die Rauchwolken ausstoßen? Wie zwei dampfende Lokomotiven standen wir da.
Nein. Ach so. Ja. Danke. Bitte. Und wir redeten über irgendwelchen Blödsinn. Ich mit meinem ungeübten Englisch. Und du mit deinen freundlichen Floskeln. Und dahinter schrie es aus mir nur für dich hörbar: Ich will dich! Und durch deine geübten Floskeln schob sich dein Verlangen zu mir rüber, während du nach links und rechts redetest. Ich würde auch gerne Musik machen, sagte ich. Denn Worte können nie ganz ausdrücken, was man sagen möchte. Ah, du bist Schriftsteller? Ich fühlte mich toll.

Das Bürozimmer

Literatur bei Flensburg online

zur Startseite von • Flensburg online

—  Flensburg SitemapSitemap     Kleinanzeigen     Radio

Anzeige -
Google Chromecast bequem online bei Amazon bestellen

Google Chromecast HDMI Streaming Media Player GA3A00032A07