Nun bist du also tot

 

Du auf der Sanddüne
 

Mit C. nachts im im Adria
 

 
 
   
 

 

   
   
   
   

 



Flensburg online: Poems


 

Und dann drei Minuten
vor Rory Gallaghers Auftritt
im Londoner Marquee Club

Und dann treffen wir uns.
In London. Im Marquee Club.
Es war das letzte Mal, dass wir uns sahen.

Du warst mit so einem Ginger Baker-Verschnitt unterwegs und hattest dir so viel Acid ins Hirn gekippt, dass du auf jedem Feuervogel durch den Kosmos reiten und dich in jeden Kampf mit jeder verdammten Horrorgestalt stürzen konntest.
Und ich hatte so viel AN1 in meinem Blut, dass jede Zelle leuchtete, und ich noch in jener Nacht ohne Probleme von London hoch bis Edinburgh und wieder zurück hätte laufen können.

Das war irgendwie typisch für uns. Wie sollte sowas zusammen passen? Da redeten ein Säurekopf und ein Speedheini miteinander an allem vorbei. Ich bin noch heute sicher, dass dein Ginger Baker bis unter die Haarspitzen von Heroin vollgepumpt war. Verrückte Zeit. So viele Schmerzen. So viele Träume. So viel Drücken & Drängen, um an ein bißchen Glück zu kommen.

Auf der kleinen Bühne schoben sie die Verstärker und Lautsprecher für Rory Gallagher in Position.
Du erzähltest was. Und ich erzählte was.
Du wolltest mich irgendwie anfassen, aber ich wich zurück. Nach meiner Abreise aus Dänemark war es doch zu Ende. Und ich hab nie alte Sachen aufgewärmt. Unser Schiff war untergegangen. Und wir hatten uns mit Händen und Füßen paddelnd an neue Ufer gerettet. Standen dort am Strand und winkten aufgeregt den vorbeifahrenden Schiffen zu, auf dass uns wer mitnehmen möge.

Ich ging auf die Toilette und warf noch 8 AN1 ein und stellte mich dann ans andere Ende vom Laden. Blisters on the Moon... der Bass drückte sich durch meinen Körper. Und als Rory Gallagher eine halbe Ewigkeit lang Summertime Blues durch den Abend jagte, war mir eh alles egal.

Irgendwann in der Nacht stand ich am Piccadilly Circus, wo ich meine Sachen abgelegt hatte. Noch in der gleichen Nacht dackelte ich los. Lief ewige Straßen lang.