Literatur  

Ein Spiegelei auf dem Toastbrot von Napoleon

Jetzt bist du also da

Alle Zauber sind bei dir

 Ein Spiegelei auf dem Toastbrot von Napoleon

Mit Engel Raabe am Rhein

Wofür ich dich liebe

Nur deine Augen

Streit 

 

"Wir laufen vor nichts weg. Wir wollen nirgendwo hin.
Wir sind einfach nur unterwegs", sagtest du. Und wie immer hatte ich alles geglaubt, was du uns sagtest.
Literatur

Verrückt? Na gut.

Literatur

Was hat sie?, fragte der Bahnpolizist.






 

Deine Haare flatterten drei Meter vor mir über den Kölner Hauptbahnhof. Im Laufen drehtest du dich um: "Nun komm schon!"

Ich kaufte schnell 4 Liter Cola. Du kauftest schnell Zigaretten. Wir liefen schnell die Treppe hoch zum Bahnsteig.

Doch der Nachtzug nach Kobenhagen hatte Verspätung.

Warum wir uns stritten, weiß ich nicht mehr. Aber ich kann mich noch gut an den wütenden Zorn in deinen Augen erinnern, als ich "Du bist doch verrückt" dahinsagte.
"So, verrückt? Na gut!"
Und dann legtest du dich auf den Bahnsteig. Krochst schlangenartig über den Steinboden. Und riefst dabei: "Ich bin verrückt." Die halbe Welt schaute her. Und du schriest immer lauter. Und ich wäre am liebsten von diesem Planeten ganz weit weg gesprungen.

Was hat sie?, fragte der Bahnpolizist.
Und ehe ich was antworten konnte, rappeltest du dich auf deine Knie, gucktest hoch und sagtest: "Hey, sehen Sie das denn nicht? Ich bin das Spiegelei auf dem Toastbrot von Napoleon!"
Und weil es dabei so wunderschön aus deinen Augen funkelte, mußte ich mich niederknien und dich in den Arm nehmen.
"Oh, du Spiegelei."
Und wir drückten uns aneinander. Und dein Körper lachte mich an.
"Was machst du mit mir?", sagte ich.
"Alles, was du zuläßt. Und es hat kein Ende und keinen Anfang, wenn du willst."

Als sich der D-Zug auf seine Reise in die Nacht aufgemacht hatte, stellten wir uns ans offene Fenster und stierten in die dahinfliegende Dunkelheit.
"Mach sowas doch nicht", sagte ich.
"Magst du keine Spiegeleier auf Toast?"
"Dich mag ich."
"Ich weiß, ich mag dich auch."
Und wir waren mal wieder auf dem Weg.

"Wir laufen vor nichts weg.
Wir wollen nirgendwo hin.
Wir sind einfach nur unterwegs", hattest du mal gesagt. Und wie immer hatte ich alles geglaubt, was du uns sagtest.

 

Literatur bei Flensburg online

zur Startseite von • Flensburg online