Und du in der untergehenden Sonne
Der Anfang
Das Bürozimmer
Was ist das Wort?
Und dann das Ende

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Und die
untergehende Sonne am Isar-Hochufer goss vierzehn Millionen
Tankladungen kastanienrotbrauner Farbe über
die Szene.
Und die untergehende Sonne tauchte dein langes Haar in ein rotes Diamantenfeuer.
Und aus dem rotbraunen Kosmos funkelten deine schönen Augen wie Smaragde.
Und ich
wußte, ich würde dich nie wieder sehen.


Oh ja,
ich wär oft gerne in deine warmen Arme geflüchtet, wenn es
grau und kalt in meinem Leben geworden war.
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Ich war auf dem Weg
zum Flughafen
Und ich war mal wieder spät dran.
Und nun war ich auf dem Weg zum Flughafen.
Und ich würde es mal
wieder gerade eben schaffen.
Und du hattest mir aus London eine Stange „Gold
Leaf“ mitgebracht.
Und ich rauchte ununterbrochen.
Und wir nahmen
uns einen Mietwagen und fuhren raus zur Isar.
Und wir gingen am Hochufer
spazieren.
Und wir gingen schweigend nebeneinander, ehe ich meinen Arm
doch um deine Schultern legte und wusste, dass sich Schultern in diesem
Leben nie wieder so anfühlen würden.
Und du sagtest, du müsstest
heute Abend wieder zurück nach Manchester.
Und ich sagte, dass ich
dich liebe und für mich haben wollte.
Und du sagtest, ich hätte
dich doch.
Und ich lachte verzweifelt.
Und ab und an keuchte sich ein Jogger an uns vorbei.
Und wir blieben
stehen.
Und du schmiegtest deinen schlanken Körper gegen meinen.
Und ich wusste, dass sich ein Körper in diesem Leben nie wieder
so anfühlen würde.
Und wir nahmen uns in den Arm und heulten.
Und du küsstest mich.
Und die Tränen schmeckten salzig auf meinen Lippen.
Ich sagte, ich liebe dich so sehr.
Du sagtest, ich weiß
Und ich sagte,
ich liebe dich so sehr.
Und du sagtest, ich weiß.
Und ich hätte
dich gerne sagen gehört, dass du mich auch liebst.
Und die untergehende
Sonne goss vierzehn Millionen Tankladungen kastanienrotbrauner Farbe über
die Szene.
Und die untergehende Sonne tauchte dein langes Haar in ein
rotes Diamantenfeuer.
Und aus dem rotbraunen Kosmos funkelten deine schönen
Augen wie Smaragde.
Und ich sog dieses Bild so gierig in mich auf, als
ob mein Leben davon abhängen würde.
Und ich legte meinen Arm
ganz fest um deine Schultern.
Und uns keuchte schon wieder ein Jogger
entgegen.
Und ich sagte: „Warum fliegst du heute Abend schon wieder
zurück?“
Und du sagtest, du würdest mich lieben.
Und
ich sagte, Liebe braucht auch Nähe.
Und du sagtest, wir seien uns
doch immer nah.
Und ich wusste, es war mit uns zu Ende.
Und wir küssten
uns.
Und während wir wieder zurück zum Auto gingen, sagtest
du, dass du nicht mitkommen würdest können, weil du unbedingt
wieder zurück musst.
Und ich sagte nichts, denn ich hatte keine
Kraft mehr um das bisschen zu kämpfen, was zwischen uns noch übrig
geblieben war.
Und wir gaben den Leihwagen zurück.
Und du zahltest
mit deiner goldenen Kreditkarte.
Und ich stand in der Abflughalle und
schaute durch die Glasscheiben zu, wie dein Flugzeug gen Nordwesten davonflog.
Am Horizont kam ein Sturm auf
Und
ich fuhr mit der S-Bahn nach Hause.
Und ich legte mich ins Bett.
Und ich wollte heulen aber konnte nicht.
Und als spät in der Nacht
das Telefon klingelte, ging ich nicht ran.
Und als ich dich fünf
Minuten später anrief, nahm niemand ab.
Und ich lief die Wände
rauf und wieder unter.
Und ich rief dich über all die Jahre vierhundertdreizehn
Millionen fünfhundertzwölftausenddreihundertacht Mal an aber
legte jedes Mal gleich wieder auf, bevor es klingelte.
Am Horizont kam
ein Sturm auf. Ich wäre gerne in deine warmen Arme geflüchtet.
Hätte gerne mein Gesicht in deinen Haaren versteckt. Aber du warst
nicht mehr da. Würdest nie wieder da sein. Die Welt würde nicht
untergehen. Aber mir stand das Wasser bis zum Hals und ich paddelte wie
ein Verrückter, um wieder festen Boden unter die Füße
zu bekommen. Dich sah ich derweil im Fernsehen und legte mich dann einsam
mit meiner Lieblingsphantasie von dir ins Bett und masturbierte.
Du hast mich dann angerufen. Drei oder vier Wochen später. War
es aus New York oder Phoenix? Wer soll sich all die vielen Orte
merken? Du wolltest, dass wir uns treffen. Ich war so stolz auf mich,
dass ich
sagte, ich hätte keinen Bock, dass du auf deinem Rückflug nach
England in München vorbeischaust. Aber ich hätte mir gewünscht,
dass du mich mit Telefonaten bombardierst. Dass du um ein Treffen bettelst.
Aber nix da. Der long distance call ging zu Ende. Und das passierte auch
endgültig mit unserer Beziehung.
Ich warf mal wieder
all deine Platten weg
Ich warf mal wieder all deine Platten
weg. Und kaufte mir später deine Alben auf CDs. Ist das alles tatsächlich
ein Vierteljahrhundert her?
Künstler wird man aus Verzweiflung,
sagt man. In einem Interview las ich neulich von dir, dass dir das beste
Album gelungen sei, als es dir prima ging. Aber für meinen Geschmack
hast du dein schönstes Lied geschrieen und gebrüllt, als du
nicht mehr den Weg vor noch zurück kanntest. Du warst niemals vorher
und niemals später weiter im Kosmos draußen als damals. Es ging
uns nicht gut. Wir schluckten im Hotel Hansen in Amsterdam alles, was
uns
möglichst weit
weg
von
uns selber
brachte.
Aber egal. Manchmal surfe ich durch das Internet und klicke
die WebSites über
dich an. Auf der Suche nach neuen Bildern. Obwohl ich eigentlich keine
neuen Bilder
von dir in meinem Kopf haben will... Du an diesem späten Nachmittag am
Hochufer der Isar im Ozean der kastanienrotbraunen Farbe der untergehenden
Sonne.
Ich habe nicht viel zu bereuen.
Aber es tut mir leid, dass ich nach
uns diese Frau in mein Bett und in mein Leben zog. Ich war noch nicht
einmal richtig erregt. Und ich zog alle Register, nur um das Gefühl
zu genießen, dass sie auf mich abfährt und mich toll findet.
Sie erzählte irgendwas, aber ich hörte nur unseren Gesprächen
aus der Vergangenheit zu.
Sie wollte irgend eine Zukunft für uns,
während ich nur darüber nachdachte, warum es mit uns nichts
geworden war.
Und so gehen die Jahre dahin
und werden zu einem Leben.
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