Und du in der untergehenden Sonne
Der Anfang
Das Bürozimmer
Was ist das Wort?
Und dann das Ende

|  |

Das
allerschönste Bild ist komischerweise vom Ende unserer Beziehung.


Einsam
ist es dort draußen im Universum.
Einsam ist es hier unten auf Erden.

Du kamst
immer von irgend woher und mußtest nach irgendwohin –
dazwischen
waren dann wir beide.
|
|
Ich gebe es zu
Ich gebe es zu. Manchmal klicke ich mich trotz besseres Wissen durch
die WebSites über dich.
Auf der Suche nach neuen Bildern von dir.
Der einen oder anderen Neuigkeit.
Nicht, dass ich dich noch mal anrufen
würde. Ne. Nicht, dass ich wirklich, wirklich richtig noch einmal
mit dir was anfangen wollte, wirklich nicht. Aber manchmal ist es irgendwie
einfach so, dass ich deiner Spur durch den Datenozean hinterher klicke.
Dabei mag ich eigentlich keine neuen Bilder von dir in meinem Kopf haben.
Ich pflege lieber unsere alten.
Kram sie in diesen einsamen Nächten
aus meiner Erinnerung heraus, wenn ich mir selber sagen muss, dass nicht
immer nur Verzweiflung und Einsamkeit und Traurigkeit die Oberhand in
meinem
Leben
hatten.
Und dann kram ich die alten Bilder von
uns raus. Zusammen mit deinem Duft und deinem Lachen
Kram
sie raus, zusammen mit deinem Lachen, zusammen mit deinem Duft, zusammen
mit dem Gefühl, wie ich deine schmalen Schultern in meinen Händen
hielt. Wie ich dich in Armen hielt und du dich gegen mich drücktest.
Bau mir daraus die Erinnerung an uns zusammen. Das allerschönste
Bild ist komischerweise vom Ende unserer Beziehung. Wie wir an diesem
späten Nachmittag am Hochufer der Isar spazieren gingen. Du warst
aus London gekommen. Du hattest mir eine Stange Zigaretten mitgebracht.
Ich rauchte eine Gold Leaf nach der anderen. Es war zu Ende mit uns.
Du wusstest es. Mir war es auch klar. Aber wir gingen miteinander spazieren,
umarmten uns, redeten und gingen dann wieder schweigend nebeneinander.
Unendlich trauriger
Augenblick des Universum
Und dann blieb ich stehen. Vielleicht nie wieder würde ich dich
noch einmal sehen, dachte ich. Und ich stand da in diesem unendlich traurigen
Augenblick des Universums und wollte dich so anschauen, dass ich dein
Bild nie wieder vergessen würde. Wollte das Bild aufsaugen und mitnehmen,
wohin auch immer ich noch gehen würde. Und du schautest mich an,
so als ob du wüsstest, um was es mir noch ging.
Und dann tauchte die untergehende Sonne vom gegenüberliegenden
Ufer der Isar alles in ein unendlich tiefrotes Licht. Deine Haare glühten
in dem Rot. Leuchteten wie tausend Sternensonnen, sprühten und funkelten.
Meine Güte, du sahst so phantastisch gut aus.
So warm, so weich,
so lieb.
Und ich wusste ja, wie du dich anfühlst.
So zart, so zärtlich,
so sehnsuchtsvoll.
Und ich stand da und schaute dich an. Mir stiegen
ein wenig die Tränen in die Augen.
Weit draußen, die eine
oder andere Ewigkeit von Jupiter entfernt, fiel eine Tür zu. Einsam
ist es dort draußen im Universum. Einsam ist es hier auf Erden,
so sehr wir uns auch aneinander reiben und
streicheln und liebkosen. So richtig finden wir nie zueinander. Bleiben
einsam und allein, trotz
all der wilden Küsse und der heißen Zuckungen unserer Körper,
wenn wir versuchen, eins zu werden. Einsam und allein drehen wir uns
dann doch auf die Seite.
Und so wollte ich wenigstens das Bild von dir
haben. Und so schaute ich dich an, um jedes Detail von dir einzubrennen
in meine Erinnerung. Und ich werde dieses Bild nie wieder vergessen.
Es gehört zu meinen wenigen Schätzen quer durch all die einsamen
Tage und verzweifelten Nächte.
Wir lieben uns so sehr.
Wir müssen nicht immer zusammen sein — hast
du gesagt
Überall auf der Welt und natürlich auch bei mir in meinem
Herzen bist du gewesen. Wir lieben uns so sehr, wir brauchen nicht immer
zusammen zu sein, hast du gesagt.
Klar, das sagt sich leicht, wenn einem
die Haare im Wind wehen und man mit Koffer in der rechten Hand vor der
Gangway steht und das Flugzeug besteigen wird, das einen hoch in die
Wolken und quer über alle Kontinente trägt.
Wir lieben uns
so sehr, wir müssen nicht immer zusammen sein. Hm, das tut weh dem,
der nicht mit in den silbernen Vogel einsteigt, der unten bliebt, der
zurück zur U-Bahn dackelt und alleine in seine kalte Wohnung fährt.
Wir lieben uns so sehr, wir müssen nicht immer zusammen sein. Das
wird dem zum blanken Hohn, der alleine unter seiner Bettdecke liegt und
darauf wartet, dass die Nacht vorüber geht, obwohl der nächste
Tag eigentlich ja auch nichts Schönes bringen wird.
Wir lieben uns so sehr, wir müssen uns das nicht immer sagen, hast
du gesagt. Hm, wenn ich nach zwei, drei einsamen Tagen in meiner Wohnung
so langsam die Wände hoch und quer über die Zimmerdecke lief,
dann hätte ich das gerne gehört, dass du mich liebst.
Ich hätte
es gerne von dir neben mir gehört. Und nicht über irgendwelche
Transatlantik-Telefonkabel, über die du mich anriefst.
Ich wollte
tapfer sein. Ich wollte nicht eifersüchtig sein. Ich wollte es ertragen,
dass du in der Weltgeschichte rumgurkst, während ich mein kleines
Leben lebte. Klar. Du warst überall auf der Welt unterwegs, aber
du warst auch in meinem Herzen. Aber dieser Trost hielt nicht lange an.
Wie viel Wodka sollte ich noch trinken? Wie viel Rum noch reinkippen?
Wie viele Träume rauskramen, um den Schmerz zu vertreiben? Den Schmerz,
dass du nie da warst, dass du immer von irgendwoher kamst und nach irgendwohin
weiter musstest.
Und dazwischen waren dann wir beide. Für ein paar
Stunden, für eine Nacht, für ein kurzes Hallo und ein schnelles
Tschüs. Ein bisschen wenig Zeit und ein
bisschen wenig Platz für
ein Herz und einen Körper, die sich nach dir sehnten.
Wir lieben uns so sehr, wir brauchen nicht immer zusammen zu sein, hast
du gesagt. Klar, das sagt sich leicht für den, der die Flugzeuge
besteigt und durch die Weltgeschichte gurkt. Der verheiratet und nie
allein ist und sich alles nehmen kann.
Aber das kam alles erst am Ende unserer Streichler und erst dann, als
unsere Küsse nicht mehr ganz so süß schmeckten. Diese
Gedanken quälten mich erst am Ende unserer wilden Zuckungen, wenn
sich unsere Körper über unser Zusammensein freuten. Am Anfang,
oh, am Anfang war es so schön mit dir. Manchmal krame ich die Erinnerung
an uns heraus. Oh ja, manchmal lass ich all die alten Bilder von dir
und mir freudig tanzen. Dann erinnere ich mich wieder, wie du bei mir
am Anfang auf dem Bett gesessen bist. Dein Rock war auf deinen Oberschenkeln
dieses eine kleine Stück zu hoch gerutscht. Diese drei oder vier
Zentimeter, auf die es ankommt, die alles signalisieren.
Der Anfang
• Literatur bei
Flensburg online
zur Startseite von • Flensburg
online
— — Sitemap Kleinanzeigen Radio
Anzeige -
Solar-Anlage bauen
• Sie können Ihre eigenen Sonnen-Kollektoren bauen und dabei Tausende von Euro gegenüber dem Ladenpreis sparen.
• Praktisch jedermann kann dies tun, auch ohne Erfahrungen in der Solartechnik zu haben.
• Es gibt ein Schritt-für-Schritt-Handbuch, in dem Ihnen genau erklärt wird, wie Sie Ihre eigene Solaranlage bauen.
Solaranlage im Eigenbau
|