Literatur  

Nur deine Augen
 

Jetzt bist du also da

Alle Zauber sind bei dir

Ein Spiegelei auf dem Toastbrot von Napoleon

Mit Engel Raabe am Rhein

Wofür ich dich liebe

Nur deine Augen

Eifersucht

Streit 

 

 

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Aus der Kälte des Dezembers flüchteten wir wieder ins Bett unseres kleinen Hotelzimmers.

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Und was ist mit meinen Fußknöcheln? Gegenstand vieler Männer höchster sexueller Begierde.

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Ich lieb alles an Dir.
Aber der Sex mit Dir ist einfach lausig...


Flensburg online: Poems

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Wir standen in einem eisigen Dezember an der Atlantik-Küste. Du warst von oben bis unten eingemummelt. Nur die Spitze deiner Nase und deine Augen guckten frierend aus dem wohligen Meer an flauschigen Schals und Wollpullovern. Deine Augen!
Ich habe dich immer um deine Augen beneidet. Sie hatten dieses tiefe Lächeln und dieses unerschütterliche Ja! zur Welt, das alle Tränen des Kosmos nicht hätten wegspülen können.
Das kein Schmerz hätte besiegen können.

"Vielleicht brauche ich nur deine Augen, um glücklich zu sein", sagte ich, als wir vom Strand wieder zurück zum Hotel gingen, weil wir so erbärmlich froren.

Und was ist mit meinen Händen?,
fragtest du.
Und mit meinen Wangen?
Für meine Ellbogen sind Männer schon in den Krieg gezogen. Was ist mit denen?
Was ist mit meinen Haaren?
Was ist mit meinen Schultern, die jeden Mann in der westlichen Hemisphäre in den begehrenden Wahnsinn treiben?

"Ja, ja", lachte ich, "die lieb ich auch."

Und meine Zehen?
Meine Füße?
Meine Fußknöchel sind Gegenstand vieler Männer höchster sexueller Begierde.
Was ist mit meinen Waden?
Was mit meinem Rücken?

"Ist gut", sagte ich, "Hör jetzt auf."

Schon längst waren wir aus den Dünen wieder auf der festen Dorfstraße zum Hotel, aber du hörtest einfach nicht auf.

Was ist mit meinem Hintern?
Was ist mit meinem Hals?
Meine Schenkel, für deren Anblick Männer freiwillig sterben würden.
Und meine Knie?
Was ist mit meinen Ohren?

Unsere Lust nahm mich
an die Hand und wir liefen raus in den Himmel

Wir krochen ins kalte Bett und zogen uns ganz eng aneinander, um uns zu wärmen, und du krabbeltest über mich.

Was ist mit meinen Beinen?
Was ist mit meinen Lippen, die dich so gerne küssen?
Und ehe ich mich von unserer Lust an die Hand nehmen ließ und mit euch beiden weit raus in den Himmel lief, dachte ich noch, dass ich so glücklich mit dir bin.

Als sich unser Atem wieder beruhigt hatte, und wir unsere glühenden Körper, die voller Liebe pulsierten, nicht mehr ganz so dolle aneinander drückten, fingst du wieder an:
Und was ist mit meinem Herz?
Was ist mit meiner Liebe?

"Oh, ich lieb das alles.
Es ist alles fantastisch.
Aber der Sex mit dir ist einfach lausig."
Lausig?!
Und du knufftest und boxtest mich.
Und wir lachten.
Und ich rief: "Hör auf, hör auf."
Meine Augen! Mit meinen Augen kommst du hier nicht raus. Du musst schon alles nehmen.
"Oh ja", sagte ich, "Das will ich gerne.
Ich nehm dich ganz."

Als ich mich dann irgendwann auf die Seite gedreht hatte, und du dich an meinen Rücken schmiegtest, sagte ich in die müde Dunkelheit des Hotelzimmers: "Und was liebst du an mir?"
Ach, die lustigen Geschichten, die du immer zu erzählen weißt.
Die traurigen Gedichte, die du mir schreibst.
Deine verrückten Träume. Dein erstauntes Gucken, wenn wir uns streiten.
"Guck ich erstaunt?"
Ja, total.
Und deine zarten Hände lieb ich.
Deine Tränen, wenn du verzweifelst.
Schläfst du schon?

"Nein, nein. Erzähl ruhig weiter."
Aus dem Halbdunkel des Rübergleitens in den Schlaf guckte mich ein Astralwesen lächelnd an: "Du hast es richtig gut, was?"
Ja, sagte ich, prima gut.

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