Klimaerwärmung bedroht Nationalparks

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Umwelt: Klimaerwärmung bedroht amerikanische Nationalparks

Es droht Gefahr. Auch für die Nationalparks in Amerika. Durch die globale Erwärmung könnten einzigartige Naturlandschaften für immer verloren gehen.

Ohnehin schon sehr trockene und heiße Wüsten- und Halbwüsten-Nationalparks wie Mesa Verde oder Zion könnten bei weiter steigender globaler Erwärmung zu wahren Glutöfen werden, die dann von den Besuchern aufgrund der unwirtlichen Bedingungen gemieden werden.

Aber ob Besucher oder nicht. Eine weiter steigende Erwärmung würde für die Flora den sicheren Tod bedeuten, da es für sie unter solchen unwirtlichen Bedingungen kein Überleben mehr geben würde.

Nationalparks sind Inseln, die von menschlich bebautem Land umgeben sind

"Die natürlichen Lebensräume waren seinerzeit zusammenhängend und Arten konnten so zu- und abwandern. Nun gibt es allerdings große Abstände dazwischen", meint STUART PIMM, Umweltwissenschaftler an der Duke University in Durham/North Carolina, der nicht an der hier zur Debatte stehenden Studie der Rocky Mountain Climate Organization mitarbeitete. "Nationalparks wurden zu Inseln, die von menschlich bebautem Land umgeben sind. Daher können Arten nicht mehr wandern", so der Experte. Wissenschaftler hatten auch bei den großen Nationalparks in den tropischen Regenwäldern immer wieder kritisiert, dass das Fehlen von Korridoren zu einer Verringerung der Biodiversität führe.

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Nationalparks nicht nur Publikumsmagnete, sondern auch Meilensteine der Entstehungsgeschichte unserer Erde

Die großen Nationalparks in den USA sind nicht nur Publikumsmagneten, sondern sie zählen mittlerweile auch zu den Meilensteinen der erdkundlichen Entstehungsgeschichte. Einige der großen Parks wurden auch zu UNESCO-Weltkulturerbestätten erhoben.

Umweltexperten haben davor gewarnt, dass durch die globale Erwärmung zwölf der berühmtesten Nationalparks massiv gefährdet wären. "Die Naturschutzgebiete könnten zukünftigen Generationen nicht mehr als Erholungsziele zur Verfügung stehen", lautet der Tenor der Studie der Rocky Mountain Climate Organization.

Betroffen davon sind der Glacier National Park in Montana, die Parks Yellowstone, Yosemite, Death Valley und Golden Gate, Grand Teton in Wyoming, Glen Canyon in Arizona und Utah, Mount Rainier und North Cascades in Washington, Mesa Verde und Rocky Mountain Peaks in Colorado sowie Bandelier in New Mexico.

Fehlende Niederschläge fördern Brandgefahr

Höhere Temperaturen und weniger Niederschläge gehören zu den größten Bedrohungen der Naturlandschaften und ihrer Flora und Fauna. Die selteneren Niederschläge fördern zudem die Brandgefahr. Die Buschbrände könnten die Parks sehr rasch zu Sperrgebieten für Besucher werden lassen.

"Die Klimaänderungen durch die Umweltverschmutzung stellen die größte Bedrohung für unsere Parks dar", so der Studienautor STEPHEN SAUNDERS, Präsident der Rocky Mountain Climate Organization.

"Wir haben in unseren Untersuchungen festgestellt, dass die Gefahr besteht, dass wir unsere Nationalparks zu Tode verschmutzen."

Rückgang der Gletscher und Borkenkäferbefall

Tatsächlich sind die Spuren der Zerstörung schon evident: Der Rückgang der Gletscher in den Nationalparks Glacier, Mount Rainier und North Cascades sowie der Borkenkäferbefall der Pinien des Yellowstone Parks werden mit der Klimaerwärmung in Verbindung gebracht. Wenn die Bäume die geänderten klimatischen Bedingungen nicht überleben, gefährden sie auch die Grizzly-Bären, die die großen Zapfen zum Überwintern brauchen.

Trotz der negativen Nachrichten zeigt sich Studien Co-Autor THEO SPENCER weit weniger besorgt. "Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die wir treffen können, um die globale Erwärmung einzudämmen. Westliche Nationen gehören zu den Vorreitern bei solchen Schritten", so der Experte. Leider sind unsere Politiker in Washington auf diesen Zug noch nicht aufgesprungen."

Nach Berichten des Wissenschaftsmagazins National Geographic hat sich das US National Park Service geweigert, diese Studie zu kommentieren.

Stand: August 2006



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