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Flensburg online: Geschichte: Behinderte Menschen waren Opfer des Nazi-Regimes in Deutschland / Januar 2006

 

 

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Terror
Tötung von Behinderten

Das Recht auf Leben darf niemals wegen wirtschaftlicher, politischer oder anderer Gründe zur Disposition gestellt wird.

Am 27. Januar ist immer der 'Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus'. Im Jahre 2006 erinnerte der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Belange der Menschen mit Behinderungen, Hubert Hüppe MdB, daran, daß behinderte Menschen die ersten Opfer der systematischen, menschenverachtenden Vernichtungsmaschinerie des Naziregimes unter Hitler wurden.

Unter der Diktatur der Nazis: Vernichtung von "lebensunwerten Lebens"

Hubert Hüppe: "Im Rahmen des geheimen so genannten T 4 Programms sind Menschen mit Behinderungen ab 1939 systematisch erfasst, beurteilt, zusammengelegt und ermordet worden. Vererbungslehre und Eugenik galten als moderne Wissenschaften. Der Weg für die systematische Vernichtung so genannten "lebensunwerten Lebens" wurde durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1933 sowie die Registrierung aller neugeborenen behinderten Kinder bereitet. Die Euthanasie der Nazis war der Vorläufer des Massenmords in den Vernichtungslagern."

Die Würde des Menschen
ist unantastbar

Hubert Hüppe: "Heute muss man sich vor Augen führen, dass der Euthanasie die Haltung zugrunde lag, dass zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben unterschieden werden könne. Auch der Glaube, dass das Ziel, vermeintlich wertvolleres Leben zu retten, die Tötung anderen menschlichen Lebens rechtfertige, widerspricht diametral der im Grundgesetz garantierten Menschenwürde. Heute müssen wir wachsam bleiben, an welchen Stellen diese Grundüberzeugungen wieder hervortreten. Es muss verhindert werden, dass das Leben behinderter Menschen wieder bedroht wird."

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Background: Die "Aktion T4" wurde nach der Villa Tiergartenstraße 4 in Berlin benannt, wo die Steuerungszentrale untergebracht war, in der das Vernichtungsprogramm organisiert wurde. Insgesamt wurden schätzungsweise über 100.000 Menschen vergast, durch Überdosierung von Medikamenten oder Verhungernlassen ermordet. Viele der Opfer wurden für medizinische Versuche missbraucht. Obwohl Hitler 1941 das Vernichtungsprogramm wegen des zunehmenden öffentlichen Drucks vor allem von kirchlicher Seite mündlich beenden ließ, lief die Mordmaschinerie weiter. Heute erinnern in Berlin nur noch eine in den Boden eingelassene Metalltafel vor der Philharmonie und eine Skulptur an das Vernichtungsprogramm.

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