EBOREN
wurde Wernher Freiherr von Braun
am 23. März
1912 im ostpreußischen Wirsitz. Am 16. Juni 1977 starb er
im Alter von 65 Jahren in den USA.
Anzeige -
Mitglied
der NSDAP und sogar der SS
Im
Jahre 1936, die Einwohner waren umgesiedelt worden, begannen die Bauarbeiten
für das Raketenforschungszentrum der Nazis in Peenemünde.
Ab 1937 war Wernher von Braun dort als technischer Direktor tätig
und leitete die Forschungs- und Entwicklungsabteilung.
Von Braun
war Mitglied der NSDAP und ab 1933 auch der SS.
Sklavenarbeit
in der Hölle für die Sterne
Am 12. Juni 1944 flogen die ersten V1 Bomben gegen England.
Die erste V2-Rakete stieg am 3. Oktober
1942 von Peenemünde in den Himmel. Durch diese "Vergeltungswaffe",
die auch auf London geschossen wurde, verloren mehr als 9.000
Menschen ihr Leben.
Insgesamt wurden rund 3.000 V2 Raketen bis März 1945 auf England,
Belgien und Frankreich abgeschossen.
"Südengland und das Stadtgebiet von London wurden in der vergangenen Nacht und heute vormittag mit neuartigen Sprengkörpern schwersten Kalibers belegt."
Großdeutscher Rundfunk, 16. Juni 1944
Kleiner Einschub zu Peenemünde –
Der deutsche Fernseh-Pionier Walter Bruch (1908-1990), von dem übrigens das PAL-Farbfernsehsystem stammt, nahm 1935 seine Arbeit bei TELEFUNKEN auf;
1936 war Walter Bruch an den TV-Übertragungen der Nazis von den Olympischen Sommerspielen in Berlin beteiligt. Und von
1939 - 1945 arbeitete er als Ikonoskopspezialist in Peenemünde. Von Walter Bruch, der laut Biografie bei www.walter-bruch.de ein überzeugter Nazi war, stammt auch die Kabelfernsehanlage zur Beobachtung der Raketenstarts. Fünf Jahre nach dem Krieg nahm er seine Arbeit
1950 wieder bei TELEFUNKEN auf.
Aber der Opfer gab es noch mehr
Ab 1943 mußten KZ-Häftlinge in der Massenfertigung der
V2-Rakete arbeiten.
Die Arbeits- und Lebensbedingungen im sog. Mittelbau-Dora des Konzentrationslagers
Buchenwald? Grausam und menschenverachtend, das Vieh wurde besser
gehalten.
Mehr als 20.000 Menschen starben
unter den schlimmen Haft- und Arbeitsbedingungen.
Als die KZ-Häftlinge ausgewählt wurden,
war Wernher von Braun persönlich zugegen. "Überlebende
sind heute überzeugt, dass er durch eine gemäßigtere
Vorgehensweise eventuell Menschenleben hätte retten können."
[Flensburger Tageblatt, 11-03-02, FU31]
Im Leben das Richtige gemacht?
"Wissenschaft
an sich besitzt keine moralische Dimension" war eine der
Überzeugungen des Raketenforschers.
Erst auf seinem Krankenbett im Angesicht des Todes und der Konfrontation
auf einer höheren Ebene mit seinen Taten kamen Wernher von Braun
Bedenken: "Es gibt so viel Elend in der Welt, das bekämpft
werden muss. Haben wir wirklich das Richtige gemacht?"
[zitiert nach Flensburger Tageblatt, 11-03-02,
FU31]
Nach
Kriegsende
Nach Kriegsende holten sich die UdSSR
und die USA an Nazi-Wissenschaftlern ins Land, was sie buchstäblich
einfangen konnten. Beide Länder wollten von dem KnowHow und der
Erfahrung der Nazi-Wissenschaftler profitieren.
Wernher von Braun landete in den USA. Die Amerikaner karrten insgesamt
300 Eisenbahn-Waggons mit V2-Teilen ab.
In den USA machte er, den der amerikanische Geheimdienst (Operation
Paperclip) zunächst heimlich und unter Ausschluss der US-Öffentlichkeit
ins Land geholt hatte, schnell Karriere. Bei der NASA unterstanden
ihm während des Mondflug-Programms 7.500 Mitarbeiter.
Wernher von Braun hatte wohl gehofft, dass er sogar oberster Chef
der NASA werden würde. Aber in den 70er Jahren interessierte
sich die US-Öffentlichkeit mehr und mehr für die Kriegsverbrechen
während der Nazi-Zeit. Außerdem hatte die US-Wissenschaft
mittlerweile das Wissen der Nazi-Wissenschaftler ausreichend adaptiert.
Noch verbleibende Deutsche wurden mehr und mehr aus den Forschungsprojekten
verdrängt.
Wernher von Braun wurde innerhalb der NASA mehr und mehr isoliert.
Schließlich verließ er die NASA im Jahre 1972. Fünf
Jahre später starb er an Krebs.
Siehe vielleicht auch Zwangsarbeitslager in Flensburg während der Nazi-Diktatur