Flensburg online: Nordkorea entdeckt eCommerce / 24-Februar 2003
    Nordkorea entdeckt eCommerce –
Online-Shop bietet Kunst, Propaganda-Poster und Reisen
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Nordkorea. Ein Land im Banne des Kims
von Peter Schaller




CIA World FactBook über Nordkorea

Zur Lage in Nord-Korea [aus dem Angebot von amnesty international]

Human Rights Watch

Das ZDF über die Atommacht Nordkorea

Nordkorea Shop im Internet

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Pjöngjang/London/Barcelona (pte) - Das kommunistische Nordkorea hat die Vorzüge von E-Commerce entdeckt. Mangels erforderlicher Infrastruktur allerdings nicht für die eigene Bevölkerung, sondern zum Zwecke der Erzielung von Devisen Einnahmen.
Am Montag, dem 24. Februar 2003, öffnete unter www.chollima-group.com ein Online-Shop, in dem gegen harte Euro Produkte aus nordkoreanischer Produktion bezogen oder Reisen in das schwer zugängliche Land gebucht werden können.
Anlass der Eröffnung ist die ebenfalls am 24. Februar 2003 beginnende "erste internationale Online-Ausstellung der Demokratischen Volksrepublik Korea" in Barcelona.

Lust auf "anti-imperialistische Kleidung"?

   ZU den angebotenen Waren zählen neben Propaganda-Postern und -Literatur, Anstecknadeln und "anti-imperialistischer Kleidung" etwa auch eine Ginseng-Creme oder eine Video-CD mit Massenaufmärschen anlässlich des Nationalfeiertages 2002. In der Kunst-Abteilung, in der die Preise zwischen einigen hundert und knapp 5.000 Euro liegen, können Ölbilder, Seidenstickereien, Seidenmalereien oder bemaltes Porzellan angesehen und geordert werden. Die Kunstwerke können auf der Site betrachtet werden, bezahlt wird mittels Kreditkarte.

Nordkorea (Quelle: CIA World FactBook)CHEF des wohl ersten nord-koreanischen Webshops ist der Brite David Thompson-Rowlands, aktives Mitglied der Korean Friendship Association (KFA).
Die KFA ist eine in Spanien und China registrierte Vereinigung mit einigen hundert Mitgliedern in der ganzen Welt. Zweck der KFA ist es, das Meinungsbild der Weltöffentlichkeit über die Volksrepublik Korea positiv zu beeinflussen. Dafür veranstalten die vom kommunistischen Regime unterstützten Mitglieder Ausstellungen, schreiben Leserbriefe oder treffen sich zum gemeinsamen Genuss von Videos, die nordkoreanische Massenaufmärsche zeigen. Außerdem sollen nun über den neuen Online-Shop, der für die KFA-Mitglieder bereits am 16. Februar (dem Geburtstag des "Geliebten Führers" Kim Jong) zugänglich gemacht wurde, auch Reisen nach Nordkorea verkauft werden.

Reisen ins stalinistische System?

   DIE Web-Site verspricht, dass Kunden der Chollima-Group selbst entscheiden können, was sie sehen möchten. Wenn aber schon bei Reisen von offiziellen Korean-Friendship-Association Delegationen in das Land zwischen Mitgliedern und Gästen, die bestimmte Teile des Programms nicht erleben dürfen, unterschieden wird, ist wohl auch bei Einzelreisen die Auswahl an Reisezielen begrenzt. Doch immerhin ist es nun möglich, Reisen zu den vom Regime organisierten Massenaufmärschen zu buchen.

Als "Chollima" werden in Nordkorea jene Anstrengungen bezeichnet, die in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre die Übererfüllung des ersten Fünfjahresplanes und beispielsweise 1957 einen Anstieg der Industrieproduktion von 44 Prozent (von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau) ermöglichten. In der nationalistischen Propaganda des Landes spielt die "Chollima Bewegung" eine wichtige Rolle und wird als vorbildliche, heroische Leistung des Volkes unter seinem "Großen Führer" Kim Il Sung dargestellt.

Internet: www.chollima-group.com


Flensburg online: Nordkorea entdeckt eCommerce / Februar 2003