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1. Seite Oeversee Oeversee: Eindrücke einer Teilnehmerin am Marsch 1999

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Abmarsch Alle Jahre wieder findet am 6. Februar der Marsch nach Oeversee statt. In diesem Jahr liefen besonders viele Flensburger, aber auch Österreicher – der NDR sprach von 450, ich schätzte ca. 200, habe sie jedoch nicht gezählt – bei strahlendem Sonnenschein und eisigem Wind in zügigem Tempo nach Süden.

Anmarsch

Eine Männergesellschaft, mit wenigen, sehr wenigen Frauen durchsetzt. Ich hatte schon den Eindruck, daß kein Marschierer Augenzeuge des Geschehens vor 135 Jahren war, aber doch erhebliche Erfahrung in dieser Tradition besaß.
Hin und wieder sah man auch hoffnungsvollen Nachwuchs, wobei es sich vorwiegend um Polizisten handelte, die den geordneten An- und Abmarsch sicherten und Soldaten, die Kränze trugen oder irgendeine wesentliche Aufgabe wahrnahmen, und nicht zu vergessen, die schmucken österreichischen Musiker, die die ganze Veranstaltung mit Tschingderassabum begleiteten, das Schleswig-Holstein Lied, aber nur die 1. Strophe, am dänischen Denkmal die dänische Nationalhymne und den letzten Kameraden spielten.

Um rechtzeitig am Denkmal für die Gefallenen zu sein, war ich mit dem Auto gefahren und harrte des Trupps, den ich jeden Augenblick erwartete, weil die Herren doch sehr flott marschierten.

Unterwegs kam ein kleines Trüppchen dänischer Marschierer schon aus Oeversee zurück. Sie hatten ihre Feier bereits hinter sich und mußten irgendwann ja auf die Flensburger treffen. Ich hoffte, daß es zu keinem Scharmützel käme. Erfuhr dann später, daß es eine sehr friedvolle Begegnung mit Aussöhnungstendenzen gegeben hatte.
Rundweg und Historischer Krug

Historischer Krug:Historischer Krug
Oeversee Flaggen
Flaggen der beteiligten Staaten

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Am Denkmal warteten schon einige Herren, die mit der Tradition sehr vertraut waren und mir erzählten, daß dieser Marsch zur Erinnerung an die humanitäre Tat der Flensburger Kaufleute stattfindet, die 1864 die Verwundeten, unabhänig von ihrer nationalen Zugehörigkeit, versorgten und die Gefallenen beerdigten. Von den Frauen, die vermutlich hinten auf den Pferdewagen saßen und den Männern halfen, war dabei nicht die Rede. Das sei im übrigen schon immer eine reine Männerveranstaltung gewesen und man freue sich auch wegen der Geselligkeit darauf und weil mich sich nach den Feierlichkeiten gemütlich zum Schmausen und Trinken zusammensetze. Auf dem Rückweg nach Flensburg kehre man noch einmal ein zum Tee mit geelem Köm und Heißen Wecken. Zumindest 1999 rechtfertigte die schneidende Kälte jeden Tropfen Alkohol. Die Ankunft der Marschierer verzögerte sich erheblich, weil sie auch auf dem Hinweg zur Brühe schon eingekehrt waren. Vielleicht war sie ja mit einem Schuß abgeschmeckt, schließlich hatte Schießen die ganze Angelegenheit einst ausgelöst.

Wolfgang Wildberger vom österreichischen Bundesheer hielt die Festansprache und gedachte mehr der militärischen Ereignisse, wies auf Einsätze von Friedenstruppen und ihre Bedeutung zur Vermeidung von Schlimmeren hin und sprach den Wunsch aus, daß in Zukunft Dänen, Österreicher und Deutsche eine gemeinsame Gedenkfeier veranstalteten.

Dann strömten die meisten zu den Bussen, die sie nach Tarp zur Tafelrunde brachten. Irgendwann in den 135 Jahren muß es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein, jedenfalls essen die meisten ihre Frische Suppe nicht mehr im Historischen Krug. Dabei war heute immer wieder von friedvollem Miteinander die Rede. Oder sollten doch mehr Frauen teilnehmen?


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