Flensburg online

29. Juli 2003

DIE ZEIT: "Bisky war als IM des DDR-Auslands-
geheimdienstes
HV A registriert"

PDS-Chef LOTHAR BISKY war beim Auslandsgeheimdienst der DDR als Inoffizieller Mitarbeiter registriert, so DIE ZEIT.

Hamburg (ots) - Eine entsprechende Karteikarte hat die Birthler-Behörde in den sogenannten "Rosenholz Daten" entdeckt, berichtet DIE ZEIT.

   Demnach wurde Bisky 1966 unter dem Decknamen "Bienitz" registriert. In der Folgezeit lieferte er Berichte für den "Sektor Wissenschaft und Technik" der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Darauf deuteten Funde aus der elektronischen SIRA-Datei der HV A hin. Nach einem Umzug von Leipzig nach Berlin wurde Bisky "abgeschaltet" und dann - wie aus Unterlagen anderer MfS-Abteilungen hervorgeht - "aus weiterbestehenden Interessen der HV A" vor der Anwerbung durch andere Abteilungen des Ministeriums geschützt.

Als Rektor der Hochschule für Film und Fernsehen wieder reaktiviert

   Doch als er 1986 Rektor der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg wurde, reaktivierte ihn die HV A unter neuem Decknamen.

   DIE Zeit meldet, dass Bisky gegenüber der ZEIT zugegeben habe, Informationen geliefert zu haben. Seitens des Geheimdienstes habe es Interesse an seiner Expertise als Medienwissenschaftler gegeben, zum Beispiel "an meiner Einschätzung der Massenmedien in der kapitalistischen Welt".

Seit 1969 sei er "Reisekader" gewesen und habe nach Auslandsfahrten die üblichen Berichte geschrieben. "Wem ich damals Durchschläge gegeben habe, habe ich nicht mehr in Erinnerung." Weiterhin räumte Bisky ein, dass er nach 1986 als Rektor der HFF "neue Kontakte" zur HV A hatte.

Die Birthler-Behörde bestätigte, dass derzeit Rechercheanfragen zu Bisky bearbeitet werden.

Der komplette ZEIT-Text findet sich in DIE ZEIT Nr. 32, die ab dem 31. Juli 2003 im Handel ist.

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Der PDS-Ehrenvorsitzende
HANS MODROW

:
" Kontakt hat er gewiss gehabt", sagte Modrow dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Mittwoch-Ausgabe), daraus sei aber nicht der Vorwurf einer Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter für die Hauptverwaltung Aufklärung der DDR abzuleiten. Modrow bezeichnete es als "ganz böses politisches Spiel", wie jetzt mit Ausschnitten von Materialien aus der "Rosenholz-Datei", die zuvor zwölf Jahre lang vom US-Geheimdienst CIA selektiert worden seien, Angriffe auf Personen gesteuert würden.

Pressestimme:
PDS-Chef Bisky in den Stasi Unterlagen nicht unter dem Decknamen "Bienitz" registriert.

Berlin (30.7.03, ots) - PDS-Chef Lothar Bisky ist in den Stasi Unterlagen nicht unter dem Decknamen "Bienitz" registriert. Vielmehr ist er unter den Decknamen "Bienert" und "Klaus Heine" als Inoffizieller Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung registriert.
Das berichtet "Der Tagesspiegel" in seiner Ausgabe vom 31. Juli 2003.

Nach den Stasi Unterlagen der Hauptverwaltung Aufklärung, die dem Tagesspiegel vorliegen, war Bisky am 8. September 1966 unter dem Decknamen "Bienert" als Inoffizieller Mit arbeiter der HVA registriert worden. In dem IM Vorgang finden sich Hinweise darauf, dass die Stasi Materialien von Bisky bekommen hat. Nach Notizen in der elektronischen Sira-Datenbank bekam die Stasi im September 1978 zwei Dokumente von "Bienert" - eines hatte den Umfang von 35 Seiten , eines von zehn Seiten. Die Dokumente beschäftigten sich mit der Rolle der Massenmedien. Im November 1978 bekam die Stasi direkt oder indirekt aus der Quelle "Bienert" Dokumente im Umfang von 102 Seiten.

Die Stasi stufte alle Informationen als "zuverlässig" ein und stellte sie unter Geheimnisschutz.

In einem zweiten Vorgang wurde Bisky am 9. Januar 1987 unter dem Decknamen "Klaus Heine" als Gesellschaftlicher Mitarbeiter Sicherheit (GMS) registriert. Ein GMS entspricht juristisch dem Status eines IM. Hierzu liegen allerdings dem "Tagesspiegel" zufolge keine Notizen über Berichte von Bisky, die an die Stasi gingen, vor.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte berichtet, Biskys Deckname laute "Bienitz"; den vorab veröffentlichten Bericht hatte die Behörde am Dienstagabend bestätigt. Dem "Tagesspiegel" zufolge gab es eine Informationspanne in der Behörde.
www.tagesspiegel.de