Pressespiegel bei "Flensburg online"

Die Lausitzer Rundschau
schrieb am 24. August 2004

Wer den Cent nicht ehrt...

Wir alle kennen den Spruch, auch in neuer Fassung: Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euros nicht wert. Doch wie er klingt, so ist er auch - ehrpusselig und altbacken. Ein Cent muss schon deswegen nicht geehrt werden, weil er nichts (mehr) wert ist. Für einen Cent gibt es nichts mehr zu kaufen, nicht mal ein Bonbon.

   Die kleinen Kupferlinge machen bloß den Geldbeutel dick, sie kosten Zeit und Nerven beim Suchen an der Kasse und wenn man sie mal braucht, sind sie gerade alle. Für den Handel machen die Ein- und Zwei-Cent-Münzen dafür umso mehr Sinn. Sie sind ein probates Marketing-Instrument, das den Gewerbetreibenden in dem Bemühen unterstützt, Kunden zu ködern. Ein Hemd für 19,99 Euro verkauft sich besser als eines für 20 Euro und die Wurst geht leichter über die Theke, wenn 100 Gramm mit 1,99 Euro statt mit zwei Euro ausgezeichnet sind. Die Frage ist allerdings, ob dieses System mit dem sanften Blendwerk auch vernünftig ist.

   Fast sieben Milliarden dieser Mini-Münzen sind allein in Deutschland in Umlauf. Die Kosten für Produktion, Verteilung und Abrechnung sind gigantisch. Überall muss gespart werden und wir leisten uns den Luxus, massenhaft Münzen zu prägen, die niemand braucht. Vielleicht sollten die Verantwortlichen in Politik, bei Banken und im Einzelhandel mal darüber nachdenken, warum hier zu Lande angeblich nicht geht, was in Finnland oder den Niederlanden prima funktioniert.

Internet: Lausitzer Rundschau



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