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Die Lausitzer Rundschau
schrieb am 11. Mai 2005

Das Denkmal

Das abgrundtiefe, schwarze Loch der deutschen Geschichte, der Millionenmord an Europas Juden, bleibt auch Jahrzehnte später unbegreiflich. Sich ihm anzunähern, erfordert viel Mut und birgt manche Gefahr. Aber diese Annäherung an das Ungeheuerliche ist von der Nachkriegsgeneration als die Herausforderung schlechthin verstanden worden. Ausdruck davon ist das gestern eröffnete Denkmal in Berlin. Es ist Ergebnis einer fast schon sturen Beharrlichkeit. Sicher - so, wie es jetzt ist, ist es da, wo es ist, am rechten Ort.

   Eine schreiende Steinwüste, gewachsen aus der stummen Öde des einstigen Mauerstreifens, genau in der Mitte der einstigen Reichshauptstadt. Es ist ein Denkmal für die Ermordeten dort, wo einst die Schreibtische der Täter standen. Dafür hat die Generation der Nachkriegskinder ihren Mut organisiert und einiges riskiert. Ob sie damit Erfolg hat, wird aber erst die Zukunft zeigen.

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   Denn dieses Denkmal wird ein Spiegelbild sein für unser Land. Es ist ein schwieriges, ein schweres Erbe für kommende Generationen. Die Denkmal-Bauer haben die Last der Geschichte weitergereicht, verbunden mit der Zuversicht, dass nie wieder Öde einkehren mag dort neben dem Brandenburger Tor. Sie setzen darauf, dass etwas lebendig werden wird an diesem Ort, der an den millionenfachen Tod erinnert. Aber selbstverständlich ist dies keinesfalls. So wie der Völkermord sich einfachen Deutungen entzieht, so bleibt das weitere Schicksal dieses Ortes zunächst im Dunkeln. Dieses Denkmal wird weiter des Mutes bedürfen und es wird weiter Gefahren bergen.

Internet: Lausitzer Rundschau



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