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Flensburg online *November 2001









 

 

 

 

 

Regine Hildebrandt

SPD

 

 

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Zum Tode von Regine Hildebrandt

   ZUM Tod des SPD - Parteivorstandsmitglieds und der langjährigen Sozial- und Arbeitsministerin des Landes Brandenburg Regine Hildebrandt
erklärte der SPD - Parteivorsitzende, Bundeskanzler Gerhard Schröder:

"Die SPD trauert um Regine Hildebrandt, eine große Sozialdemokratin, die ihr politisches Leben und Wirken als Mitglied des SPD-Parteivorstandes und langjährige brandenburgische Sozial- und Arbeitsministerin bis zuletzt beispielhaft der Vollendung der inneren Einheit unseres Landes gewidmet hat.

   SEIT 1989 gemeinsam mit ihrem Mann Jörg in der Bürgerbewegung "Demokratie jetzt" tätig, trat Regine Hildebrandt unmittelbar nach der
Gründung im Oktober 1989 in die SDP ein. Zu diesem Zeitpunkt ahnten nur ihre alten Bekannten und Wegbegleiter aus der damaligen DDR, welch eine ungewöhnliche Frau und außergewöhnliche Politikerin unser Parteileben und schon bald das öffentliche Leben des wiedervereinten Deutschlands bereichern würde. Im Westen unseres Landes war jedenfalls niemand auf eine so bemerkenswerte Frau und Politikerin vorbereitet, deren schnörkellose Sprache berühmt und gelegentlich berüchtigt war.

   SIE war die politische Dolmetscherin des Ostens, die immer direkt zur Sache kam. Und ihre Sache verstand sie zugleich als ihre politische Lebensaufgabe. Ihr Einsatz galt bis zuletzt der Herstellung gleicher sozialer Chancen und Rechte in ganz Deutschland. Dies tat sie
unaufhörlich mit der ihr eigenen Beharrlichkeit. Und gerade weil sie
die ostdeutsche Mentalität genau kannte, gelang ihr mit großem
Einfühlungsvermögen zugleich die Vermittlung neuer Zuversicht.

   DOCH Regine Hildebrandt wurde nicht nur im Osten Deutschlands verehrt und von nicht wenigen Menschen sogar geliebt. Wer ihren Kalender kannte, der wusste, dass ihre Terminverpflichtungen sie durch unser ganzes Land führten. Als gebürtige Berlinerin verstand sie sich nicht nur als Anwältin ostdeutscher Interessen. Sie wollte immer auch
Mittlerin sein in unserem Land. Dies ist ihr eindrucksvoll gelungen.

   SIE hat Brücken gebaut zwischen Ost und West, unermüdlich, pflichtbewusst und mutig. Mit dieser beispiellosen Haltung, hat sie vielen Menschen Mut gemacht. Ihr Motto war zugleich ihre Leitlinie: "Man kann über 40 Jahre Betrug nicht nur jammern und dann nichts verändern wollen."

   REGINE Hildebrandt hat einiges verändert im Zusammenleben zwischen Ost und West. Ihre Verdienste und ihre außerordentliche Popularität wurden vielfach ausgezeichnet – unter anderem war sie Frau des Jahres 1991, und sie war Preisträgerin des Fritz-Bauer-Preises im Jahr 2000. Ihr intensives Leben und Wirken war zugleich ein für sie reiches und erfahrungsvolles. Diesen Reichtum und ihre Erfahrung gab sie weiter, so oft es ihre Kräfte erlaubten.

   DIE deutsche Sozialdemokratie verliert mit Regine Hildebrandt mehr als nur eine kämpferische Mitstreiterin für unsere gemeinsame Sache, die in gewisser Weise ihre ganz besondere war. Ihr Eintreten für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität hatte vor dem Hintergrund ihres Lebens in der DDR auch mit ihr selbst zu tun. In ihrem streitbaren Einsatz war sie zugleich Vorbild. Und in ihrem offenen Umgang mit ihrer
schweren Krankheit hat sie nicht nur Mut gezeigt, sondern auch vielen
Menschen Mut gemacht und ihnen Kraft gegeben. Sie hat die SPD mit
ihrer Art und Tatkraft bereichert, ohne sie werden wir ein Stück ärmer
sein. Doch hat Regine Hildebrandt uns Sozialdemokratinnen und
Sozialdemokraten so viel gegeben, was uns niemand wird nehmen können.

Die deutsche Sozialdemokratie wird Regine Hildebrandt nicht vergessen."