Das Sterben an sich

31 März 2006

Senta Berger fragt sich: Wieso sehe ich im Spiegel anders aus als vor meinem inneren Auge?

Vor dem Sterben steht ja nun mal (meist) das Altwerden. Was für ein Mist! Ich würde gerne nicht alt mit all diesen Begleiterscheinungen werden. Aber was soll man machen... das läuft man nun mal so. Und je eher man das akzeptiert, desto besser. Geradezu lächerlich diese ganzen Bestrebungen jung zu bleiben... Fitness-Programme bis zum Abwinken, Diäten, „Schönheits“operationen... wie lächerlich all diese Versuche sind dem Altern davon zu laufen. Nein, nein,  das muß man einfach akzeptieren, dass man alt wird. Auch wenn... ich darf es gerne noch mal anmerken: Ich wäre gerne noch mal 20...
Wie komm ich jetzt darauf? Senta Berger, die im Mai 2006 ihren 65. Geburtstag feiert, wurde in der Programmzeitschrift „tv Hören und Sehen“ (Ausgabe 14/06) mit ihrer Aussage zitiert: „Eine Zeitlang dachte ich, das Alter geht an mir vorbei. Bis ich  merkte: So ist es nicht. Es zeichnet dich. Dann denkst du: Das kann  nicht sein, wieso sehe ich im Spiegel anders aus als vor meinem  inneren Auge? Dann gewöhnt man sich an dies neue Gesicht und findet  Einklang damit.“
Ja, das geht allen so. Ich selber fühle mich eigentlich wesentlich jünger als ich biologisch bin. Das geht auch Bekannten von mir so. Innerlich hat man ein ganz anderes Verhältnis, eine ganz andere Einstellung zu seinem Alter als das, was einem der Personalausweis vorrechnet.
Auch was Senta Berger hinsichtlich des Blickes in den Spiegel sagt... meine Güte, denke ich oft, wie siehst du denn aus? Innerlich vor meinem geistigen Auge sehe ich mich auch ganz anders. Es ist halt einfach so, dass das Werkzeug irdischer Körper, dessen sich unsere Seele für die Jahrzehnte hier unten auf Erden bedient, ganz schön schnell zerfällt und seine Spannkraft verliert.
Noch mal Senta Berger: „Ich sage mir an nachdenklichen Tagen: Du wirst 65. Wie denkst du, dass du jetzt aussehen müsstest. Mit 65!  Das ist doch alles ganz normal. Älterwerden ist keine Krankheit. Es  ist das Leben und wieder eine Chance.“