Flensburg online: Flensburgs Straßennamen

Böckmannsgang

Franz BöckmannKurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges beschlossen die städtischen Kollegien diese Benennung. Sie bezieht sich auf den Kaufmann und deputierten Bürger Franz Böckmann. Ihm sollte 1792 ein Denkmal errichtet werden, und zwar mit folgender Inschrift: "Dem biederen Bürger und Bürgersfreund, dem edlen, uneigennützigen Patrioten, dem klugen, entschlossenen, unerschrockenen Helden, dem Schutzengel der Stadt Flensburg Franz Böckmann, geboren 10. Januar 1669 - gestorben 2. April 1741, widmet diesen Stein seine dankbare Nachkommenschaft."

Damit sollte Böckmanns Leistung als "Meisterspion" im dänisch-schwedischen Krieg gewürdigt werden, insbesondere seine Auskundschaftung der schwedischen Besatzungstruppen im Jahre 1713. Durch diese Aktion geriet Böckmann in direkte Beziehung zum dänischen König Friedrich dem Vierten, der ihn wiederholt rühmte: "Dieser Flensburger Bürger hat mehr Kundschaft vom Feinde als wir alle zusammen." (91)

Böckmanns Methoden sind dargestellt in einer kleinen Erzählung: Als die Schweden in Flensburg lagen, ging Böckmann nach Rendsburg, wo sich noch dänische Truppen befanden, und erbat sich zirka 25 Trommler und Pfeifer. Zu Nachtzeiten zog er nach Flensburg zurück, verteilte die Spielleute rings um die Stadt herum, besonders aber schickte er sie in die Marienhölzung. Er fügte noch einige Einheimische hinzu, die er in dänische Uniformen steckte. Auf ein gegebenes Zeichen mußten die Leute nun trommeln und pfeifen. Als die Schweden die Klänge von allen Seiten der Stadt hörten, meinten sie, größere dänische Truppen seien im Anmarsch. Schleunigst verließen sie die Stadt durch das Rote Tor, und da die Straßen sehr mit Glatteis überzogen waren, fiel mancher hin und stieß sich die Glieder. Die Stadt war aber vom Feind gerettet. (92)

Franz Böckmann ist 1721 der Anführer eines Reiterkorps geworden. Aus diesem hat sich später die sogenannte rote Friedrichsgarde entwickelt, ein Paradekorps insbesondere zur Begleitung königlicher Herrschaften bei Besuchen in der Stadt. (93)

Erstmals belegt, von den städtischen Kollegien beschlossen oder zum ersten Mal im Adreßbuch erschienen:
8. Mai 1914

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