Flensburg online: Flensburgs Straßennamen

Valentinerallee

"Neben Denkmälern in unseren Kirchen und auf unseren Friedhöfen bewahrt nur noch dieses Bruchstück der Allee den Namen der Familie Valentiner, der in Flensburg durch Generationen guten Klang hatte.

Valentin Pauls oder Paulsen, Ratsverwandter und Kämmerer in Flensburg 1579 - 93, verheiratet mit einer Tochter des Bürgermeisters Wilhelm Wynbarch, ist der Ahnherr der Flensburger Familie Valentiner. Das zwar nicht mehr in Flensburg, so doch in Deutschland wie in Dänemark blühende Geschlecht zählt nicht weniger als 30 Bürgermeister und Ratsverwandte der Stadt Flensburg in der Reihe der Ahnen. 20 Steinhäuser der Stadt waren im Laufe der Zeit im Besitz der Familie.

Jürgen Valentiner, Ratsverwandter in Flensburg (1599 - 1673), verheiratet mit Brigitta Hoë, stiftete das Wappen der Familie. Sie führt eine Säule im Schilde, um die ein Schriftband geschlungen ist mit der plattdeutschen Inschrift "Lof si Gade", d.i. "Lob sei Gott".

Sein gleichnamiger Sohn starb 1715 als ältester Bürgermeister der Stadt. Er war der wohlhabendste Mann in Flensburg. Als 1713 die Schweden die Stadt brandschatzten, war er in der Lage, die Plünderung der Stadt abzuwenden. Da die von Steenbock geforderte Summe von der Stadt nicht allein beschafft werden konnte, stellt er über den fehlenden erheblichen Teil eine Zahlungsanweisung aus, die von seiner Hamburger Bankverbindung anstandslos angenommen wurde.

Der Sohn des Bürgermeisters war der Kaufmann und Ratsverwandte Wilhelm Valentiner (1685 - 1749), der mit einer Esmarch verheiratet war und der Flensburger Nikolaikirche wertvolle Zuwendungen machte, sowohl das Organistenhaus am Turm wie auch der Altar der Kirche und ein bedeutender Teil des heute noch vorhandenen Silberschatzes stammen von diesem Stifterpaar. Eine ganze Reihe von Grabsteinen und Epitaphien in St. Nikolai nennen die Namen von Mitgliedern dieser angesehenen Familie. Bis in die Neuzeit sind die Valentiner im alten Herzogtum Schleswig, wie auch in Holstein ansässig gewesen. Das Geschlecht blüht noch in zwei Hauptlinien, von denen die eine in Deutschland Wissenschaftler, Offiziere und Geistliche hervorgebracht hat, während die zweite Linie in Dänemark aus Gutsbesitzer- und Offiziersfamilien besteht.

Der Name der Allee ist nun keineswegs willkürlich gegeben. Das Gelände am Westrand des Großen Mühlenteiches, 4 Lücken umfassend, bekannt unter dem Namen "Valentiners Armenland", gehörte zu einer Stiftung des oben genannten Kaufmannes. Ausschlaggeben aber für die Benennung der Straße war die Stiftung, die "Valentiners Erben" der Stadt Flensburg machten, als der Flensburger Verschönerungsverein diesen prächtigen Weg im Jahre 1880 zur Freude seiner Mitbürger anlegen ließ. Die in Kopenhagen ansässigen Erben überließen damals den zur Anlage der Allee nötigen Grund und Boden unentgeltlich der Stadt." (645)

Erstmals belegt, von den städtischen Kollegien beschlossen oder zum ersten Mal im Adreßbuch erschienen:
30. Januar 1882, 6. Dezember 1932, 20. Januar 1933

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