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13-März
2003
Das Computermagazin CHIP prangert "bürokratisches
Kontroll-Monster" an
Hannover
/ München, 13. März 2003 -
Mit den jährlich verliehenen CeBIT-Highlights würdigt
das Computermagazin CHIP jene Hersteller, die mit innovativen
Produkten die IT-Branche voranbringen.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Deshalb vergibt CHIP auch
die "Bremse des Jahres" als Denkzettel an Unternehmen
oder Institutionen, die den Fortschritt in der digitalen Welt
blockieren.
Kontrolle über jeden PC auf dieser
Welt
Preisträger
2003 ist die "Trusted Computing Platform Alliance" (TCPA)
mit Sitz in Oregon/USA. Unter dem Vorwand, die PC Sicherheit zu
verbessern, plant dieses Industrie Konsortium, mit technischen
Maßnahmen die Kontrolle über jeden PC zu erlangen.
Nach Ansicht der CHIP-Redaktion wächst mit TCPA ein bürokratisches
Monster heran, das Zensur erleichtert, den Wettbewerb schädigt,
die IT Entwicklung bremst und, vor allem, die
Freiheit und Rechte jedes PC-Nutzers dramatisch beschneidet.
Die in der TCPA vereinten Technologie Unternehmen
verstehen sich als "Allianz für vertrauenswürdige
Computer-Plattformen". Das impliziert, dass dem PC in seiner
jetzigen Form misstraut wird: Er gilt der TCPA sozusagen als Komplize
von Hackern und Raubkopierern. Um das zu ändern, hat sich
das Konsortium ein Lenin zugeschriebenes Zitat zu Herzen genommen:
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Eingebauter Chip übernimmt die Kontrolle
Erster
Schritt ist ein Eingriff in die Hardware. Einige Hersteller bauen
bereits den so genannten Fritz-Chip in neue Rechner ein. Er übernimmt
die Kontrolle, sobald der PC gebootet wird. Er identifiziert den
Anwender, kümmert sich um Verschlüsselungen, prüft
die Seriennummern von Hard- und Software und gleicht sie online
mit einer TCPA-Liste ab.
Hat der Fritz-Chip den Rechner "abgenommen", übergibt
er das Kommando ans Betriebssystem, das die Einhaltung der TCPA-Richtlinien
überwacht. Microsofts "Next Generation Secure Computing
Base", besser bekannt unter dem alten Namen Palladium, soll
so ziemlich alles verhindern, was der TCPA, in diesem Fall vor
allem den Rechte-Inhabern, widerstrebt.
Kommt die TCPA mit ihren Plänen durch, werden PC-Besitzer
entmündigt. Der User wird nur noch mit Erlaubnis der TCPA
Daten anlegen, speichern oder kopieren können. Fast jedes
Programm und jede Hardware-Komponente bedarf einer Zertifizierung
durch ein "Trust-Center", dessen Zusammensetzung noch
völlig offen ist. Kleine Software-Unternehmen müssen
ihre Produkte auf eigene Kosten zertifizieren lassen, damit sie
auf TCPA-kontrollierten Rechnern laufen. Missliebige Internet-Sites
können blockiert werden, einer Zensur sind Tür und Tor
geöffnet.
Durch den permanenten Online-Datenabgleich hat die TCPA im Prinzip
Zugriff auf jeden Rechner und kann jederzeit verfolgen, was der
Nutzer mit seinem PC anstellt. Selbst wenn man der TCPA integre
Absichten zubilligt, pervertiert ihr Vorhaben diese Motive: Der
"vertrauenswürdige Computer" wäre ein Computer,
der die Sicherheit seines Besitzers untergräbt. Mit der "Bremse
des Jahres 2003" an die TCPA will CHIP dieses brisante Thema
ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.
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www.chip.de
Info.Seite
gegen die weltweite Kontrolle
Worum geht
es?
Um nicht weniger als um Ihre Freiheit. Denn wenn das "Kontroll-Monster"
TCPA etabliert wird, kann man keine Daten mehr nach eigenem Willen
speichern, kopieren oder erstellen.
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